Tierischer Sommer auf der Alm in Schwarzenbach. Elisabeth Klauser (57) hat sich um die Rinder auf der Geißenbergalm gekümmert – und sie will es nächstes Jahr wieder tun.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. Oktober 2020 (03:39)
Keine Angst vor Rindern, egal welcher Größe, hat Almhalterin Elisabeth Klauser. Sie hat deren Sozialverhalten genau beobachtet.
Dieter Höller

Der Almabtrieb von der Geißenbergalm ist vorbei. Die Rinder stehen wieder bei ihren Besitzern im Stall. Die Saison für Almhalterin, die sich voller Leidenschaft um die Tiere kümmerte und daneben noch Gäste auf der Hütte bewirtete, ist nun auch vorüber.

Die tägliche Kontrolle der Jungrinder auf Verletzungen und Krankheiten war für Elisabeth Klauser selbstverständlich.
Dieter Höller

Die Arbeit mit den Tieren im Kreislauf der Natur hat ihr große Freude bereitet. „Ich bin ja bewusst auf diese Alm gegangen, weil sie meine Heimat ist“, erzählt sie. 77 Ochsen und Kälber hatte sie zu betreuen. „Das ist ganz anders wie bei Mutterkühnen. Da hat man einen Haufen pubertierender Jugendlicher vor sich“, schmunzelt sie. Dass man bei jeder Wetterlage ins Freie muss, um nach dem Rechten zu sehen, hat sie nicht gestört. Viel wichtiger war es ihr, „eins mit der Natur zu sein“, wie sie betont. Die Liebe zur Landwirtschaft wurde der Schwarzenbacherin in die Wiege gelegt, ihre Großeltern hatten einen Bauernhof. „Dort war ich sehr oft“, erinnert sie sich. Das Wissen rund um die Aufgabe einer Almhalterin hat sie sich in den vergangenen Jahren auf der Wildalm am Lahnssattel angeeignet. „Dort waren wir drei Frauen und 240 Rinder in Mutterkuhhaltung“, erzählt sie. Bereits bei 30 Kälbergeburten war sie dabei. Kühe faszinieren sie.

„Das ist ganz anders als bei Mutterkühnen. Da hat man einen Haufen pubertierender Jugendlicher vor sich.“ Almhalterin Elisabeth Klauser

„Vor allem interessiert mich deren Sozialverhalten. Es passieren so viele schöne Geschichten“, schildert sie. So wie jene des Ochsen, der sich in eine Kuh verliebte. „Das Tier hat sogar den Zaun durchgebrochen, damit sie zusammen sein können“, schildert sie. Bis zum Ende der Saison hatte das Pärchen dann gemeinsam die Zeit auf der Weide verbringen dürfen.

21 Bauern der Weidegemeinschaft Rabenstein haben der Almhalterin ihre Tiere anvertraut. Zu ihren Aufgaben zählten die Kontrolle der Wasserstellen und Weidezäune und natürlich Begutachtung der Tiere auf etwaige Verletzungen und Krankheiten. „Ich habe eine Kuhliste geführt“, schildert sie.

Probleme zwischen Wanderern und Weidetieren gab es kaum. „Nur einmal war es brenzlig“, findet sie. Da ist eine Familie mit Hund und Kleinkindern durch die Herde marschiert. „Nichts ist passiert, aber das kann mitunter gefährlich werden“, weiß sie. Nun will sich die 57-Jährige wieder ihren Klienten in ihrer energetischen Praxis in St. Pölten widmen. Bis zur nächsten Saison – auf der Geißenbergalm.