Breitband-Ausbau schreitet im Pielachtal voran. In den Pielachtaler Gemeinden soll für alle Bürger Zugang zum High-Speed-Internet geschaffen werden.

Von Corinna Bergmann, Gerhard Hackner und Nadja Straubinger. Erstellt am 19. August 2020 (04:08)
Ob mit Computer oder Handy – Bürgermeister Franz Singer ist froh, dass durch den Glasfaserausbau in der Gemeinde Kirchberg für Privathaushalte und Firmen ein optimales Breitband-Angebot zur Verfügung steht.
Gerhard Hackner

Der Einwahlton des Telefonmodems ist vielen noch heute im Ohr. Seither hat sich einiges getan. Die Webseiten sind aufwendiger geworden und könnten mit einer solchen Leitung nicht mehr angezeigt werden. Eine Situation wie während des Corona-Lockdowns mit Homeoffice und -schooling wäre nicht machbar gewesen. Seit Jahren investieren jedoch Bund und Land Niederösterreich in den Breitbandausbau. Die NÖN hat sich in der Region umgehört, wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Der Breitbandausbau spielt bereits seit einigen Jahren bei Straßenbauarbeiten in den Pielachtaler Gemeinden eine wichtige Rolle. „Immer wenn wir aufgraben müssen, legen wir auch gleich die Leerverrohrung für Glaserfaser“, erklärt Vizebürgermeister Michael Strasser aus Weinburg.

„Vor allem jetzt, während des coronabedingten Lockdowns, sind die Nutzer mehr geworden.“ Wolfgang Grünbichler, Vizeortschef Hofstetten-Grünau

Der Verein GeMa PriMa der gleichnamigen Kleinregion, dazu gehört auch St. Margarethen, arbeitet gerade am Leitbild. Dabei ist auch der Breitbandausbau wieder zum Thema geworden. St. Margarethens Bürgermeisterin Brigitte Thalauer berichtet, dass auch in ihrer Gemeinde gleichzeitig mit Straßenbauarbeiten Leerverrohrungen durchgeführt werden. Im September soll es Gespräche mit dem Regionsbetreuer des Regionalverbandes NÖ Mitte und mit der nöGIG (Glasfaserinfrastrukturgesellschaft) geben. Ziel der nöGIG ist es, bis 2030 jedem Haushalt und jedem Unternehmen in Niederösterreich einen Breitbandanschluss mit zu 100 Prozent Glasfaser zu ermöglichen.

In Grünsbach, einem Ortsteil von Hofstetten-Grünau, wurde 2018 im Zuge des Anschlusses ans Wassernetz von der Firma Kabelplus auch ein Breitband-Zugang gelegt, um im Siedlungsgebiet neunzig Prozent der Haushalte mit dem schnellen Internet versorgen zu können. Laut Bürgermeister Arthur Rasch nutzten damals nur etwa vierzig Prozent der Bevölkerung diese Möglichkeit. Vizebürgermeister Wolfgang Grünbichler, hat jedoch festgestellt, dass sich der Ausbau des High-Speed-Internets mittlerweile ausgezahlt habe. „Vor allem jetzt, während des coronabedingten Lockdowns, sind die Nutzer mehr geworden“, erzählt Grünbichler.

Neben Hofstetten-Grünau zeichnet Kabelplus auch für Breitband in Weinburg und Ober-Grafendorf verantwortlich. „Wir können sofort 22.000 Haushalte im Bezirks St. Pölten-Land anschließen. 7.200 Haushalte nutzen bereits dieses Angebot. Für uns ist in den nächsten Jahren die Verdichtung das Ziel, Ausbauten sind denkbar“, so Unternehmenssprecher Stefan Zach.

In Kirchberg konnte der Glasfaserausbau von A1 Telekom Ende Mai abgeschlossen werden. In den meisten Teilen der Gemeinde sind jetzt Datenübertragungsraten bis zu 150 Mbit/s möglich. Aus diesem Anlass fanden im Juni in der Kirchberghalle zwei Beratungswochen zum glasfaserschnellen Internet von A1 statt. Dort haben sich vor allem Privathaushalte, aber auch Firmen über die neue Technologie und die damit verbundenen Möglichkeiten informiert. Ortschef Franz Singer berichtet: „Zur besseren Versorgung wurden in Kirchberg in den letzten Monaten dreizehn neue Schaltstellen errichtet, die mit Glaserfaser-Internet an das A1-Netz angebunden sind. Unsere Bürger haben die Möglichkeit, in einem Großteil des Gemeindegebietes das Breitband-Internet zu nutzen“.

In Ober-Grafendorf wurde laut Bürgermeister Rainer Handlfinger das Breitbandnetz von der Firma Kabelplus bereits sehr gut ausgebaut. Zu dem beteiligt sich A1 am digitalen Fortschritt der Gemeinde.

In Frankenfels besteht dagegen noch Nachholbedarf. Zwar gebe es von A1 bereits zwei Sendemasten am Frankenfelsberg, mit dem Breitbandausbau stehe man noch am Anfang, sagt Bürgermeister Heinrich Putzenlechner. „Zurzeit führt die EVN Grabungsarbeiten durch. Dabei werden Leerrohre verlegt.“

Rabenstein befindet sich mit Kabelplus in der Planungsphase. „Die neu entstandenen Siedlungen sind bereits mit Breitband versorgt“, sagt Vizeortschef Hubert Gansch. „Im Laufe der nächsten Jahre werden wir auch die anderen Ortsteile abdecken können.“

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