Sporthallen im Pielachtal sind gut ausgelastet. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Corina Berger und Nadja Straubinger. Erstellt am 10. September 2019 (04:36)
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Turnen seit vielen Jahren in der Halle der Volksschule Viehofen: ASKÖViehofen-Obmann Leo Gabloner (vorne) mit seiner Gruppe. Foto: privat

Sport gehört für viele Menschen in der Region zum Leben. Nachfrage nach geeigneten Sportstätten gibt es daher immer, weiß man bei den großen Sportdachverbänden Union und ASKÖ.

Auch im Pielachtal sind die Turnhallen für die Vereine zugänglich. „Wir sind voll ausgelastet und müssten täglich bis Mitternacht offen haben“, sagt Hofstetten-Grünaus Bürgermeister Arthur Rasch.

Kirchberger Halle an jedem Tag ausgelastet

Ab Oktober seien die Hallen von 17 bis 22 Uhr durchgehend belegt. Dafür gibts kleine Mieteinnahmen für die Gemeinde, die Reinigungsarbeiten übernimmt der Schulwart. Auch in Kirchberg ist die Halle an jedem Tag ausgelastet. „Manchmal muss ein Abend abgesagt werden, wenn wir den Platz für große Veranstaltungen brauchen. Das passiert aber nur selten“, berichtet Bürgermeister Anton Gonaus.

Im St. Pöltner Stadtgebiet stehen den Vereinen 18 Turnsäle in Volks- und Mittelschulen zur Verfügung. „Zur unmittelbaren Förderung des Sports stellt die Stadt die Turnsäle und Bewegungsräume ihrer Schulen den St. Pöltner Vereinen kostenlos zur Verfügung. Reinigung, Instandhaltung etc., werden von der Stadt übernommen“, betont der Leiter des Sportreferats Thomas Kainz.

Nicht genutzt werden können allerdings die Außenanlagen. „Speziell Rasenplätze müssen ,rasten‘, um dauerhaft nutzbar zu bleiben“, sagt Kainz. Die Belastungszeiten seien schon durch den Schulsport zum Teil überschritten.

HTL-Direktor Pfeffel: „Der Bedarf ist riesig“

Gerade im Hinblick auf das Ziel, Fittest City of Austria zu werden, wünscht sich Kainz, dass alle Bundesschulen die Hallennutzung so handhaben. Die meisten stellen ihre Hallen für einen Beitrag zur Verfügung. „Der Bedarf ist riesig. Das Problem ist, dass wir zu wenig Hallen haben“, so HTL-Direktor Martin Pfeffel. Nach dem Unterricht sind die Hallen bis 22 Uhr dauernd besetzt – jeden Tag unter der Woche. Am Wochenende kommen Volleyball-Matches hinzu. Probleme mit dem Zeitplan gibt es nicht: „Ich bin sehr zufrieden, denn die Organisation mit den Vereinen läuft sehr gut.“

Gleiches Urteil fällt Elisabeth Wegscheider von der HLW. Auch hier werden die Sportstätten seit vielen Jahren von Vereinen gemietet. Dadurch hat sich eine gewisse „Stammpartie“ ergeben, wie die Sportunion St. Pölten. Dort weiß man den eingespielten Verbund zu schätzen. „Im Wesentlichen funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut“, merkt Union-St. Pölten-Präsident Karl Preiss an.

Als Schlaraffenland bezeichnet ASKÖ-Obmann Reinhold Reither das Angebot in der Stadt: „Wir finden mit den Kapazitäten das Auslangen.“ Ein Problem seien nur die Ferien. „Da könnte man nachbessern“, meint Reither. Auch wenn viele sowieso auf die Bewegung in freier Natur auswichen, gebe es Sportarten, für die man eine Halle benötige.

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