Brief: „Bankstelle wird geschlossen“. In anonymen Schreiben an Bürgermeister heißt es, dass elf Raika-Filialen vor dem Aus stehen, darunter auch Schwarzenbach.

Von Anna Faltner und Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:25)
Symbolbild
APA, Helmut Fohringer

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Wie mir zu Ohren gekommen ist, hat die Geschäftsführung der Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel die Schließung ihrer Bankstelle sowie zehn weiterer mit August 2018 beschlossen.“ Per anonymem Brief fanden elf Ortschefs, darunter auch der Schwarzenbacher Bürgermeister Ernst Kulovits, diese Hiobsbotschaft in ihrem Postkasten vor.

Neben angeblich betroffenen Bankstellen im Bezirk Melk und Scheibbs, soll auch Schwarzenbach vor der Schließung stehen. Raika-Geschäftsleiter Johann Vieghofer kann konfrontiert mit dem Schreiben zumindest für eine Gemeinde Entwarnung geben: „Neumarkt ist in keiner Weise in Gefahr.“ Generell gebe es noch für keine einzige der genannten Filialen einen Beschluss zur Schließung.

„Fakt ist: Wir befinden uns gerade in einer Analysephase, in der eruiert wird, was in der Zukunft für uns Sinn macht“, erklärt Vieghofer. Nach Abschluss dieser Phase gibt die Geschäftsführung einen Vorschlag zur Schließung ab, dann muss dieser durch das Gremium beschlossen werden. Eine Entscheidung fällt bis Februar.

Keine Auskunft zu Bankomaten

Falls es tatsächlich zu Schließungen kommt, sind Kündigungen laut Vieghofer ausgeschlossen. „Die Mitarbeiter in den betreffenden Bankstellen sind über das Konzept informiert. Wir legen dabei Wert auf Fairness“, betont er. Zudem weist er darauf hin, dass die Kundenfrequenzen immer mehr sinken und, dass die örtliche Nähe heute anders zu verstehen sei als vor zehn Jahren. „In Wirklichkeit sind drei oder vier Kilometer zum Nachbarort keine Entfernung. Damit haben wir immer noch die stärkste Nähe zu unseren Kunden.“

Zum Thema Bankomaten kann er keine Auskunft geben. „Das wissen wir erst nach der Gremiensitzung.“ Die Zukunft der Bargeldversorgung sieht er aber eher beim Nahversorger.

Mit dem Thema genauer auseinander setzen will sich auch Bürgermeister Ernst Kulovits. „Ich habe den Brief erhalten, verifizieren kann ich den Inhalt aber noch nicht“, sagt der Ortschef. Er werde nun Gespräche mit den Beteiligten führen und dann natürlich auch die Bevölkerung informieren.

Vieghofer geht davon aus, dass es sich bei dem anonymen Verfasser um einen Mitarbeiter handelt. Unterzeichnet wurde der Brief mit Friedrich Wilhelm Raiffeisen.