Hütten-Wirt am Geisenberg wirft das Handtuch. Leopold Gansberger, der auf Alm Hochlandrinder hielt und Wanderer bewirtete, hört auf. Grund dafür: Streit mit Nachbarn.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 10. April 2018 (05:30)
Wanderer und Skitourengeher sowie die Weidebauern wurden in der
NOEN, zVg

Groß ist die Enttäuschung bei so manchem Wanderer und Skitouren-Geher. Most oder Speckbrote gibt es schon bald keine mehr in der Hütte am Geisenberg. Ab Mai wird Leopold Gansberger die Alm von Friedrich Hardegg nicht mehr bewirtschaften. Grund dafür sollen Kommunikationsschwierigkeiten in der Nachbarschaft sein.

Die Hochlandrinder, die Gansberger bisher auf der Alm hielt, will er noch diese Woche verkaufen. Leicht gemacht hat er sich diese Entscheidung jedoch nicht: „Ich will nicht aufhören, aber meine Nachbarn machen es mir zu schwer“, zeigt sich Gansberger zerknirscht. Für eine Forststraße, die er benutzen müsse, um zu seiner Hütte zu gelangen, soll er immer wieder zur Kasse gebeten worden sein.

„Ich will nicht aufhören, aber meine Nachbarn machen es mir zu schwer“

Weidegenossenschaft-Obmann Josef Sommerauer glaubt, dass Einzelpersonen etwas gegen den Tourismus am Geisenberg haben. „Zwei Leute versuchen zu verhindern, dass dort etwas ausgeschenkt wird“, ärgert sich der Rabensteiner. „Sie befürchten, dass Skitouren-Geher oder Wanderer der Jagd schaden könnten“, glaubt Gansberger.

Die Anrainer beschreiben die Situation ganz anders: „Der Halter wollte die Gäste gegen uns aufhussen“, sagt Gerhard Enne. Außerdem hätte er Gäste das ganze Jahr über bewirtet, das sei bei einer Halterhütte aber nicht vorgesehen. „Tag und Nacht sind die Leute an unserem Haus vorbeigegangen. Das geht einfach nicht“, ärgert sich Enne. Der Betrieb im Sommer hätte ihn nicht gestört.

Das bestätigt auch Florian Gruber, ein weiterer Anrainer. „Das Problem war der Winterbetrieb. Tourengeher sind über meinen Hof gegangen – sogar in der Nacht. Dabei darf im Winter gar nicht ausgeschenkt werden auf der Hütte“, ärgert sich der Nachbar. Gegen Bewirtung an sich habe er nichts. „Im Gegenteil, jeder ist froh, wenn er etwas zu trinken bekommt, wenn er rauf geht – aber eben nur im Sommer.“

„Das Problem war der Winterbetrieb. Tourengeher sind über meinen Hof gegangen"

Der Obmann der Weidegenossenschaft hofft, dass schnell eine Lösung gefunden wird: „Es ist wichtig, dass jemand die Tiere auf der Alm betreut. Wenn sich jemand findet, der auch die Hütte betreibt, wäre das noch besser“, sagt Sommerauer.