Sierning stieg in einer halben Stunde auf 3,50 Meter. St. Margarethen ist vom gestrigen Unwetter schwer gezeichnet. Wasserrettung musste bei Reanimation einer Frau unterstützen, weil Notarzt und Rettung nicht in den überschwemmten Hof konnten.

Von Nadja Straubinger. Update am 23. August 2020 (13:34)

"Bei uns ist es wirklich schlimm", berichtet Bürgermeisterin Brigitte Thallauer. Die Sierning sei in nur einer halben Stunden auf 3,50 Meter angesteigen. Derzeit sind die Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

Frau verstirbt in Überschwemmungsnacht

Auch einen Todesfall gibt es in der Gemeinde zu beklagen. Eine Frau erlitt einen Herzinfarkt. Weil aber das Erdgeschoß des Hofes unter Wasser stand, konnten Notarzt und Rettung nicht zu ihr vordringen und die Wasserrettung musste alarmiert werden. "Wir haben die Frau reanimiert und haben uns mit dem Notarzt abgesprochen. Leider ist die Frau aber verstorben und wir haben sie dann raus gebracht", berichtet Doris Horvath von der Wasserrettung, die den Angehörigen ihr Beileid ausspricht.

Auch Haunoldstein betroffen

Einmal mehr hat es heuer Haunoldstein erwischt und dieses Mal richtig. Zeitweise standen die Häuser bis zu eineinhalb Metern unter Wasser. Die Sierning erreichte einen Wasserstand von 3,72 Meter und trat über die Ufer. „76 Wohneinheiten und weitere 50 Häuser sind davon betroffen“, berichtet ein zerknirschter Bürgermeister Hubert Luger. Er selbst war auch vom Hochwasser betroffen. Seitens des Landes NÖ und Bezirkshauptmannschaft wurde Hilfe zugesagt.

Über 500 Feuerwehrmitglieder im Bezirk St. Pölten im Einsatz

Insgesamt kämpften am Samstag-Abend über 500 Feuerwehrmitglieder gegen die Wetterkapriolen im Bezirk. „Ab 17 Uhr begann das Notruftelefon unaufhörlich zu läuten“, berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder. Insgesamt 27 Feuerwehren mit rund 250 Einsatzkräften rückten aus. Keller wurden ausgepumpt, Heizöltanks und Pkw gegen das Aufschwimmen gesichert.

Dutzende Kraftfahrzeuge wurden von den Wassermassen erfasst, manche davon auch weggeschwemmt. Bis weit nach Mitternacht waren die Einsatzkräfte beschäftigt.

Für Montag sind weitere Aufräumarbeiten eingeplant um die Hinterlassenschaften des Unwetters zu beseitigen.