Gruppen fielen im Pielachtal fast ganz aus. Starker Rückgang bei Nächtigungen im Pielachtal. Ausflugsverkehr nimmt aber zu.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 16. September 2020 (03:40)
Thomas Pölzl hatte in seinem Abenteuerland Pielachtal heuer mehr Besucher als im Vorjahr.
Straubinger

Im Vorjahr waren es von Jänner bis Juli noch 26.221 Übernachtungen im Pielachtal und in Puchenstuben, im Vergleichszeitraum dieses Jahres wurden um 32,5 Prozent weniger registriert. Die Auswirkungen auf den Tourismus der Corona-Pandemie sind auch im Tal deutlich spürbar.

„Der Wirtschaftstourismus spielt im Pielachtal eine sehr große Bedeutung und dieser ist in den ersten Monaten komplett eingebrochen. Das konnte nicht durch vermehrte freizeittouristische Nächtigungen kompensiert werden“, betont Mostviertel-Tourismus-Geschäftsführer Andreas Purt. Über positive Zahlen können Ferienwohnungen, Urlaub am Bauernhof und Privatzimmervermieter jubeln.

„Schlechter kann es nicht mehr werden“, sagt Hotelier Johann Weiß über die heurige Saison im Steinschaler Hof und Steinschaler Dörfl. Gruppenreisen und Seminare wurden zur Gänze abgesagt. Der Individualtourismus sei zwar mehr geworden, könne die Verluste jedoch nicht puffern. Auch ins nächste Jahr schaut Weiß nicht optimistisch. „Die Planungen für Seminare liegen auf Eis“, berichtet Weiß, der trotzdem eine Chance in der Krise sieht, auch für den Klimawandel: Es solle vermehrt auf Regionalität gesetzt werden.

"Wie es weitergeht? „Das weiß niemand“

Der Ausfall der Busreisen trifft auch die Dirndlmanufaktur Fuxsteiner. „Zu uns kommen normalerweise Großgruppen, die sind zu 95 Prozent ausgeblieben“, weiß Josef Fuxsteiner. Die Maßnahmen konnten gut umgesetzt werden, weil die Räumlichkeiten entsprechend groß sind. Wie es weitergeht? „Das weiß niemand“, sagt Fuxsteiner. Weil viele Adventmärkte abgesagt werden, falle auch das Geschäft mit dem Punsch weg. Allerdings sei seiner Meinung nach mehr Regionalbewusstsein entstanden. „Es gibt schon Anfragen für Weihnachtsgeschenke“, ist Fuxsteiner erfreut.

„Wenn es so weitergeht, haben wir mehr Nächtigungen als im letzten Jahr“, freut sich Sabine Moser vom Zwergerlhof in Loich. Das beliebte Urlaub-am-Bauernhof-Ziel erwartet sich aber weniger Nächtigungen für das kommende Jahr. „Wir sind froh über jeden Tag, den wir vermieten dürfen“, betont Moser. Zu den Gewinnern in der Pandemie zählt auch das Abenteuerland Pielachtal. „Wir hatten heuer sogar mehr Gäste als im letzten Jahr“, sagt Thomas Pölzl. Rund 11.400 Besucher waren heuer im beliebten Ausflugsziel. Pölzl hat sogar in eine neue Küche investiert und mehr Sitzplätze geschaffen. „Es war ein Risiko, aber es ist alles aufgegangen“, sagt er.

Trotz des Nächtigungsrückgangs ist Tourismusobmann Gerhard Hackner zuversichtlich: „Positiv stimmt uns, dass der Ausflugsverkehr stark zugenommen hat. Das Pielachtal punktet mit der wunderschönen Kulturlandschaft, vor allem mit dem Wanderangebot und den Berghütten.“

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