Geschichten aus dem Leben in Hofstetten-Grünau. 30 mehr oder weniger bekannte, schon verstorbene Hofstettener werden im Bahnhofsmuseum proträtiert.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:11)
Gerhard Hager erzählt von der aktuellen Ausstellung im Museum im Bahnhof Hofstetten-Grünau.
Straubinger

Die Ausstellung „Lebensbilder“ im Bahnhofsmuseum der Heimatforschung Hofstetten-Grünau geht in die Verlängerung. „Aufgrund der Corona-Pandemie war im letzten Jahr keine Eröffnung und auch der Besuch war nur eingeschränkt möglich“, erklärt der Obmann der Arge Heimatforschung Gerhard Hager. Den letzten Lockdown hat die Arge genutzt um die Räumlichkeiten auf Vordermann zu bringen. Die Fußböden wurden geölt und neue Schränke mit Rollen angeschafft. „Ohne waren sie einfach schon zu schwer mit dem ganzen Material“, sagt Hager.

30 Lebensbilder mehr oder weniger bekannter, bereits verstorbener Hofstettener zeigt das Museum derzeit in der Sonderausstellung. „Je mehr ich mich mit den Geschichten beschäftigte, umso interessanter wird es“, betont Hager. Mittlerweile gibt es bereits an die 100 Biografien. Unter den 30 Ausgestellten ist etwa das Lehrer-Ehepaar Hummel. 1929 fielen sie in Tirol einem Raubmörder zum Opfer. „Sie waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Ausbeute war nur sehr gering“, weiß Hager. Der Täter landete lebenslang hinter Gittern.

„Je mehr ich mit den Geschichten beschäftigte, umso interessanter wird es.“ Gerhard Hager

Aus dem 13. Jahrhundert stammt die erste belegte Frau aus Hofstetten. Auch sie hat Erwähnung in der Ausstellung gefunden: Agnes von Plambacheck lebte in Wien wie eine Klosterschwester. „Sie hatte aber Visionen, die der Kirche nicht gepasst haben“, weiß Hager. Das Buch, das ein Melker Mönch über Agnes von Plambacheck verfasst hat, wurde deshalb verboten. Eine in Hofstetten bekannte Frau ist auch Eleonore Theinel. „Sie hatte in der Volksschule immer die ersten Klassen“, erinnert sich Hager. Auch er hat ihren Unterricht genossen hat.

Unter den porträtierten Personen ist auch Pfarrer Josef Kaiser. Er wurde im ehemaligen Jugoslawien geboren und kam 1954 nach Hofstetten. Er hatte eine große Beziehung zu Fußball und sagte laut Hager immer: „Wenn es im Himmel einen Fußballplatz gibt, dann gehe ich mit leichtem Herzen.“ Noch heute ist eine Straße in Hofstetten nach Bürgermeister Josef Konvalina benannt. Er war aus Böhmen nach Hofstetten gezogen. Seine Enkel, die in den 1920ern geboren wurden, fielen beide im Krieg. „Das dürfte für die Familie sehr traumatisch gewesen sein. Sie haben danach alle Kontakte abgebrochen und sind nach Wien gezogen“, führt Hager aus.

Ausgewandert von Hofstetten nach Deutschland in die Schwäbische Alb ist Hans Helferstorfer. Der Künstler hat einige Bücher gemalt. „Die Zeichnungen haben sehr oft Hofstetten-Bezug“, führt Hager aus. Helferstorfer sei einer der Künstler der Gemeinde, die ein gewisses Ansehen erreicht haben.

Diese und noch einige Personen mehr gibt es zu entdecken. Je nach Interesse passt Hager seine Ausführungen an das Besucherinteresse an. Das Museum ist sonntags und nach telefonischer Voranmeldung geöffnet.