A1 & Güterzüge: Über 300 Bürger für Petition gegen Lärm. St. Margarethener fordern von ÖBB und ASFINAG verbesserten Lärmschutz. Unterschriften an Nationalrat übergeben.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 11. Februar 2020 (04:38)
150 Meter neben den Wohnhäusern von Linsberg entfernt wälzen sich täglich mehr als 15.000 Lkw und über 60.000 Pkw über die A1 und es rattern die Züge der Güterzugsumfahrung vorbei, zum Leidwesen der lärmgeplagten Anrainer Violetta Bugl, Thomas und Anneliese Fuchs, Andreas Bugl, Petra Redlingshofer, Thomas Bäuchler und Gabriele Gundacker.
privat

Bereits im November 2018 ergriffen die St. Margarethener Andreas Bugl und Manfred Gundacker die Initiative und gründeten mit weiteren Betroffenen eine Arbeitsgruppe. Das Ziel: die Verbesserung der Lärmsituation in St. Margarethen.

Im Parlament übergaben Andreas Bugl und Manfred Gundacker die Unterschriften an den Abgeordneten zum Nationalrat Fritz Ofenauer.
NOEN

„Pro Tag passieren über 15.000 Lkw und 60.000 Pkw die ASFINAG Zählstelle in Poppendorf“, sagt Manfred Gundacker. Zum Lärm der A1 kommt seit Dezember 2017 jener der Güterzugumfahrung, die direkt neben der Westautobahn verläuft.

„Schlafen ist bei offenem Fenster nicht möglich“, erklärt Andreas Bugl, dessen Haus 150 Meter von der Autobahn entfernt steht. „Der Lärmpegel im Garten ist so hoch, dass man nicht mehr normal miteinander reden kann und auch bei geschlossenen Fenstern im Inneren zu hören.“ Dabei, so Andreas Bugl, habe er nicht etwa ein „günstiges Grundstück neben der Autobahn“ gekauft und würde sich jetzt aufregen: „Ich lebe seit meiner Geburt vor fünfzig Jahren hier und habe das Haus meiner Eltern übernommen.“

„Schlafen ist bei offenem Fenster nicht möglich“

Manfred Gundackers Zuhause steht nur zwanzig Meter von Andreas Bugl entfernt: „Die vorhandene fast 20 Jahre alte Lärmschutzwand ist nicht nur löchrig und in desolatem Zustand, sondern auch zu niedrig und nicht durchgängig errichtet“, sagt der St. Margarethener. Besonders für die Katastralgemeinden, aber auch im Ortszentrum von St. Margarethen verschlechtere sich die Lärmsituation stetig.

„Wir fordern eine dem Stand der Technik entsprechende, wirksame, ausreichend hohe und geschlossene Lärmschutzwand“, sagt Manfred Gundacker. Eine, die vor Auto- und vor Zug-Lärm schützt. Wunsch ist dabei die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes von ASFINAG und ÖBB zur Lärmreduktion.

2019 startete die Bürgerinitiative „Stopp dem Lärm“ eine Unterschriftenaktion – „nachdem Anfragen von den Lärmverursachern ÖBB und ASFINAG zum Teil nicht einmal beantwortet wurden.“

„Wir fordern eine dem Stand der Technik entsprechende, wirksame, ausreichend hohe und geschlossene Lärmschutzwand“

342 Unterschriften kamen zusammen – fast jeder dritte Gemeindebürger hat unterzeichnet. Durch die zwischenzeitliche Regierungsauflösung verschob sich eine Übergabe der Unterschriften ans Verkehrsministerium – nun aber wurde die Petition an Nationalratsabgeordneten Friedrich Ofenauer, Bürgermeister von Markersdorf-Haindorf, übergeben. Er reichte die Liste als Petition bei Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka ein, dieser leitete sie an den Petitionsausschuss des Nationalrates zur Behandlung weiter.

Gemeinsames Treffen aller geplant

„Eine entsprechende lärmtechnische Untersuchung wurde bereits erstellt“, heißt es zur Situation von St. Margarethen seitens der ASFINAG. Man wolle diese nach Bürgermeister Franz Trischler aber zuerst auch Nachfolgerin Brigitte Thallauer vorstellen, bevor die Infos öffentlich werden. Die Stellungnahme der ÖBB war zu Redaktionsschluss noch ausständig.

Die Gemeinde St. Margarethen unterstütze die Petition, so Bürgermeister Franz Trischler, der selbst bereits Gespräche mit Vertretern von ASFINAG und ÖBB geführt hat. In den nächsten Wochen soll ein Besprechungstermin mit allen Beteiligten stattfinden.

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