Lockdown vorhersehbar: Kommunalpolitik im Pielachtal verärgert

Verordnungen waren für Vertreter aller Fraktionen keine Überraschung.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:14

Das Tal steht in vielen Bereichen still. Der Handel hat zu. In den Schulen ist es leerer geworden. Vereinstätigkeit ist ausgesetzt.

„Wenn du den Abfluss beim Waschbecken verschließt und das Wasser fließen lässt, dann geht das Waschbecken über.“Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann (ÖVP)

Was sagt die Kommunalpolitik zum vierten Lockdown? Für Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann (ÖVP) war dieser Schritt der Regierung eine logische Folge: „Wenn du den Abfluss beim Waschbecken verschließt und das Wasser fließen lässt, dann geht das Waschbecken über. Vor der Situation waren wir jetzt. Die Gesellschaft hätte Zeit genug gehabt gegensteuern. Offensichtlich geht das nur über Verordnungen“, meint er. Die Leidtragenden seien jetzt die Betriebe.

Dass ein Lockdown aufgrund der explodierenden Zahlen an Neuinfektionen folgt, war für Rabensteins SPÖ-Vorsitzende Ilse Schindlegger klar. „Gott sei Dank bleiben Schulen und Kindergärten erst mal offen“, betont sie. Das Gesundheitssystem, das an die Grenzen gestoßen ist, müsse man schützen, „damit nicht durch eine Triage Hochrisikopatienten keine Operationen erhalten.“

Parteikollege Peter Kalteis, Ortschef von Weinburg, meint: „Die Bundesregierung hat erstmals eine richtige Entscheidung getroffen, mit dem Lockdown als auch mit der Impfpflicht. In einem Land, in dem Entwurmungsmittel ausverkauft sind und wissenschaftsbasierte Impfstoffe abgelehnt werden, kann man wahrscheinlich nur mit Verpflichtungen arbeiten.“

Klare Worte für den Lockdown findet St. Margarethens FPÖ-Vorsitzender Richard Wagner. Als „hilflose Konsequenz der seit Beginn dieser Pandemie begangenen Versäumnisse“ bezeichnet er die Verordnungen. „ Man hat sich auf Impfstoffe verlassen, wohlwissend, mit Blick auf Israel, dass deren Wirkung sowohl zeitlich als auch virologisch nur eingeschränkt ist“, findet er. Grundsätzlich sei er Befürworter von Impfungen, nicht aber von Impfstoffen, deren Wirkungsweisen nicht ausreichend getestet sind.

Den Lockdown als sinnvolles Instrument bei den hohen Infektionszahlen und der Auslastung der Krankenhäuser sieht Grün-Gemeinderat Walter Horinek. Ob eine Impfpflicht so einfach durchführbar sei, stellt er infrage und meint: „Ich setze auf Eigenverantwortung. Das ist wichtiger als eine Verpflichtung. Man sollte aber nachdenken, ob die Impfung wirklich so ein großes Problem ist. Für Reisen lässt man sich ja auch impfen.“