Thema Blackout im Pielachtal: „Die Frage ist, wann, nicht ob“

Zivilschutzbeauftragter weist auf die Wichtigkeit der Vorbereitung hin.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:27
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Bernhard Treitl aus Rabenstein ist für ein Blackout gerüstet. Einige Kilo Getreide und eine Mühle hat er immer im Haus.
Foto: Treitl

„Für mich lautet die Frage nicht, ob es kommt, sondern, wann es kommt.“ – Hofstetten-Grünaus Zivilschutzbeauftragter David Hollaus ist überzeugt, dass auf jeden Fall ein langfristiger Stromausfall, ein Blackout, eintreten wird.

„Die Systeme sind europaweit am Limit. Wenn man sich damit beschäftigt, weiß man: Es ist fünf vor zwölf.“ Wichtig im Notfall sei es, informiert zu bleiben. „Ein Radio mit Batterien sorgt dafür, dass man auf dem Laufenden bleibt. Das gibt Sicherheit“, sagt Hollaus.

Der Zivilschutzbeauftragte ist vorbereitet. Er hat etwa Lebensmittel für mindestens eine Woche auf Vorrat. Die Wasserversorgung ist in Hofstetten-Grünau, welche auch Kilb und Bischofstetten versorgt, mittels Notstromaggregat abgesichert.

„Schule und BGZ können mit Notstrom versorgt werden, die Feuerwehr hat ihr eigenes Aggregat. Diese Standorte dienen im Notfall auch als Sammelpunkte für die Bevölkerung“, informiert Vizebürgermeister Wolfgang Grünbichler. Die Dieselversorgung sei ebenfalls garantiert.

Ein Radio mit Batterien sorgt, dafür , dass man auf dem Laufenden bleibt. Das gibt Sicherheit.“ david hollaus Zivilschutzbeauftragter

Auch Bernhard Treitl aus Rabenstein sieht die Wasserversorgung in der Region entspannt. „Einerseits könnte man das Wasser aus dem Warmwasserspeicher trinken, andererseits das Pielachwasser abkochen.“ Schon zu HTL-Zeiten hat er begonnen, sich auf den Blackout-Fall vorzubereiten. „Ich war viel campen und habe gesehen, wie wenig man wirklich braucht“, so Treitl.

In seinem Haus sind so wenige Pumpen wie möglich verbaut. „Wir haben immer ein paar Kilo Getreide zuhause und eine Mühle. Außerdem Nudeln und Pesto. Hungern müssten wir nicht“, sagt der Rabensteiner. Er hat in sein Elektroauto zudem einen Wechselrichter eingebaut, um auch im Notfall noch einige Zeit Strom zu haben.

„Ich freue mich fast, wenn es einmal soweit ist. Denn das wird Schwächen sichtbar machen“, meint Treitl. Schon Corona sei eine Chance gewesen. Es gebe viel Landwirtschaft rundherum: „Man könnte sich die Lebensmittel direkt beim Bauern holen.“

Thema wird nicht ernst genommen

2014 halfen die niederösterreichischen Feuerwehren bei einem Blackout in Slowenien und konnten dort Erfahrungen sammeln. „Man muss sich vorstellen, was damals passiert ist: Der Strom fällt von einer Sekunde auf die andere aus. Plötzlich kein Licht, kein Handy, kein Internet, keine Heizung. Aufzüge bleiben stecken, das Wasser hört auf zu rinnen und damit funktionieren auch keine Toilettenspülungen mehr“, so Schröder. In der Region werde das Thema trotzdem nicht ernst genommen.

Auch Bezirkshauptmann Josef Kronister betont, dass jeder Einzelne Vorsorge treffen müsse, um vorbereitet zu sein: „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass im Falle eines Blackouts alles zur Verfügung steht, wie man es gewohnt ist.“ Die Bezirkshauptmannschaft kann sich über ein Notstromaggregat eine gewisse Zeit selbst mit Strom versorgen und mit den Gemeinden mittels Digitalfunk Kontakt halten.

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