Ausflugsziele noch in der Warteschleife. Schrittweise öffnen die heimischen Attraktionen im Pielachtal bis zum Sommer. Die Nixhöhle in Frankenfels bleibt geschlossen. Kletterhalle noch im Ungewissen.

Von Marlene Groihofer und Bernhard Burmetler. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:06)

Auch für die Ausflugsziele im Pielachtal bleibt die Coronakrise nicht ohne Auswirkungen. Beliebte Attraktionen öffnen verspätet ihre Pforten oder sind nach wie vor nicht zugänglich.

„Für unsere Tourismusbetriebe und Ausflugsziele ist nach vielen schweren Wochen der Neustart ganz wichtig. Wir müssen sie dabei bestmöglich unterstützen und mit vereinten Kräften positiv in die Zukunft schauen“, sagt Tourismusobmann Gerhard Hackner. Die NÖN mit einem Überblick über die Entwicklungen in den heimischen Tourismuszielen:

Abenteuerland Pielachtal

Eigentlich wollte Thomas Pölzl vom Abenteuerland Pielachtal in Hofstetten-Grünau bereits mit Anfang Mai seine Pforten öffnen, nun plant er eine Öffnung mit Beginn der Sommerferien: „Ab 4. Juli werden wir sieben Tage die Woche von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet haben. Zusätzlich öffnen wir an zwei September-Wochenenden.“

Personenbeschränkung ist keine angedacht, die Abstands-Richtlinien aber müssten eingehalten werden, auch Desinfektionsmittel soll bereit stehen und Hinweisschilder die Schutzmaßnahmen immer wieder ins Gedächtnis rufen. Aufgewartet wird mit Kulinarischem und einer Attraktivierung des Angebots: „Die Besucher können sich auf eine neue Speisekarte freuen, auf eine neue Wasseraufbereitungsanlage und ein vergrößertes Angebot an Edelsteinen. Zudem haben wir die Sitzplätze auf 200 Stück erweitert“, so Thomas Pölzl, der sich optimistisch zeigt: „Ich denke schon, dass das Abenteuerland wieder gut besucht sein wird.“

Nixhöhle Frankenfels

 Die Frankenfelser Touristenattraktion Nixhöhle wird in diesem Jahr für Besucher geschlossen bleiben. Dieser Entschluss wurde gemeinsam von Bürgermeister Heinrich Putzenlechner, Amtsleiter Arthur Vorderbrunner, Frankenfels’ Tourismusobfrau Gabriele König und Höhlenchef Albin Tauber gefällt. „Viele Erfordernisse können bei einem Höhlenbesuch nicht erfüllt werden. Der Abstand zwischen den Besuchern von einem Meter kann in der Höhle nicht eingehalten werden und eine Führung mit Masken ist ebenfalls kontraproduktiv, denn nachdem über 1.000 Stufen zu bewältigen sind, wären manche Höhlenbesucher damit überfordert“, erklärt Albin Tauber. Eine Desinfektion der einige 100 Meter langen Geländer sei ebenso nicht durchführbar.

„Aufgrund der Beschränkung der Besucheranzahl pro Führung müssten wir zudem ein Reservierungssystem einführen. Dies stößt jedoch wegen fehlenden Personals an seine Grenzen, denn der Höhlenbetrieb wird ja nur von Freiwilligen durchgeführt“, so Tauber. Mit Frühjahr 2021 soll die Höhle wieder für Besucher geöffnet werden. Der Serpentinenweg von der B 39 zur Höhle ist auch weiterhin benutzbar und führt nach dem Vorbeigang an der Höhle über den Wiesberg in Richtung Eibeckalm, retour nach Frankenfels oder auch in Richtung Boding.

Styx Naturcosmetic GmbH

Auch für die Führungen in der Ober-Grafendorfer Naturkosmetik-Firma war der Start ursprünglich für Mitte Mai angedacht. „Jedoch ist es uns aufgrund unseres kleinen Kinos nicht erlaubt. Fraglich ist außerdem, ob die Konsumenten das Angebot annehmen. Die Saison wird nicht mehr zu retten sein, da der Verlust im Frühjahr zu groß ist“, sagt Wolfgang Stix, der nun den 1. Juni als Saisonstart fixiert hat. „Pro Führung dürfen maximal zehn Personen teilnehmen, wo im Normalfall 20 bis 30 Gäste teilnehmen. Deshalb haben wir eine Booking-App bestellt, über die sich die Kunden für Führungen anmelden können. Sind zehn Personen registriert, ist Buchungsschluss.“

Kletterhalle Weinburg

Noch sei ungewiss, wann die Kletterhalle in Weinburg wieder ihre Pforten öffnen kann, vermeldet Bürgermeister Peter Kalteis. „Wir hoffen, dass wir mit 28. Mai mehr Information erhalten.“ Klettern sei nun mal ein Kraftsport, bei dem man intensiv ein- und ausatmet: „Auch in der Seilschaft ist man beim Partnercheck, was die Corona-Richtlinien betrifft, zu nahe beisammen“, so Kalteis. Hier gilt es also noch abzuwarten.

Modellbahnmuseum Mariazellerbahn

Am Samstag, 30. Mai, und am Sonntag, 31. Mai, öffnet das Museum jeweils von 13 bis 17 Uhr erstmals wieder seine Pforten. „Aufgrund der Corona-Bestimmungen darf unsere Anlage von maximal 15 Personen gleichzeitig besucht werden. Bitte möglichst die Mund-Nasen-schutzmaske selbst mitbringen und Abstand halten“, sagt Obmann Günter Draxler. Während der Schließzeit wurde die Oberleitung auf der Modellbahn im Bereich des Bahnhofes Erlaufklause neu verlegt. Im Juli und August hat das Museum zusätzlich zum Wochenende auch am Donnerstag und Freitag vormittags geöffnet.

Mit gezielten Werbemaßnahmen für den Ausflugs- und Nächtigungstourismus will außerdem der Tourismusverband Pielachtal Gäste für das umfangreiche Natur-, Freizeit-, Erlebnis- und Genussangebot im Pielachtal begeistern und bei Urlaub in Österreich vorne mitmischen. „Etwa auch mit den Wanderungen zur Dirndlernte, Tages-Packages in Kooperation mit der Mariazellerbahn und den Dirndltaler Erlebniswochen mit regionalen Produkten“, sagt Tourismusobmann Gerhard Hackner.