Dampflok kam im Pielachtal auf Temperatur. Viele Besucher aus Österreich und Deutschland fanden sich ein, um den Eisenbahnclub Mh.6 kennenzulernen.

Von Bernhard Burmetler. Erstellt am 14. August 2020 (03:16)

„Die alte Dampfeisenbahn, ja die hat’s mir angetan“, heißt es in dem Lied von „Die Kaiserlich Böhmischen“. So haben es die Mh.6 Lokomotive sowie das Heizhaus in Ober-Grafendorf auch vielen Eisenbahnfans am vergangenen heißen Augustsamstag angetan. Bereits um 13 Uhr, bei brütender Mittagshitze, kamen die ersten Besucher. Die Sommertemperaturen stiegen, aber auch die Gästeanzahl stieg bis zum eigentlichen Höhepunkt, das Anheizen der Dampflokomotive, immer weiter an.

Bis das große Feuer entzündet wurde, erklärte Vereinsobmann Erich Dürnecker den Interessierten aus Nah und Fern, beim Geruch von Kohle und Öl, voller Stolz die einzelnen Fahrzeuge und die Geschichte der Eisenbahn. Während Kinder aufgeregt und wissbegierig waren und den Eltern Löcher in den Bauch fragten, welche Lok denn nun fahre, zog ein Blitzlichtgewitter auf. Die Dirndlprinzessin Veronika Harm war auch anwesend und präsentierte in ihrer Tracht das wunderschöne Dirndltal. Außerdem diente sie fleißig als Fotomodell.

„Für die Hin- und Retourfahrt brauchen wir zwei Tonnen an Kohle zum Betreiben der Dampflokomotive.“ Erich Dürnecker

Während einige bei kalten Getränken eine Pause einlegten, wurde Tourismusobmann Gerhard Hackner von der gebürtigen Kirchbergerin Maria Prehal aus Radstadt über die Geschichte und Entstehung des Dirndl-tals sowie über die „Dirndltaler Erlebniswochen“ ausgefragt.

Nachdem Erich Dürnecker seine spannende Tour beendet hatte, kam es zum ersten Highlight: das Vorwärmen der Dampflok. Es lag plötzlich ein Duft wie zu Weihnachten beim Einzünden der Christbaumkerzen in der Luft und schon nach wenigen Minuten brannte das erste Feuer. Bei den Kindern herrschte eine Stimmung, als ob gerade das Christkind vorbei geflogen wäre.

Nach der ersten Aufregung kam es zum Hauptakt. Dieses Mal lag der Geruch von einem frisch entzündeten Sommergrill in den Nasen der Besucher. Lokführer Christian Schuster entzündete das Hauptfeuer in der Dampflok. Nach einigen Augenblicken verwandelte sich das Heizhaus in eine Selchkammer. Damit aus dem Eisenbahnclub keine Selcherei wird, wurde die Lokomotive ins Freie gebracht.

Erneut zog ein Blitzlichtgewitter auf, als die Diesellok die Mh.6 zur Drehscheibe zog. In Freiheit angekommen, nutzten die Besucher aus Deutschland, dem Burgenland und Salzburg die Gelegenheit und zückten ihre Kameras, während andere wiederum sich auf dem Smartphone über die Details der Lok informierten. Dank des schweißtreibenden Einsatzes der Lokführer, unter Mithilfe von Tourismusobmann Gerhard Hackner wurde die Drehscheibe bewegt, um die Lok wieder in die richtige Position für die Ausfahrt nach Mariazell vorzubereiten.

Dabei durfte Dirndlprinzessin Veronika Harm im Führerhaus mitfahren. Als Abschluss nahmen 90 Eisenbahnfans an der Fahrt auf der Krumpe nach Rammersdorf teil.

Das Vorheizen der Mh.6 hat eine lange Tradition und findet immer 15 Stunden vor der Abfahrt statt, damit langsam Dampf erzeugt werden kann. Würde es zu schnell gehen, könnten Schäden an der Lok entstehen.

Auf die abschließende Frage, welche Menge an Treibstoff verwendet wird, meint Eisenbahn-Fan Dürnecker: „Für die Hin- und Retourfahrt brauchen wir zwei Tonnen an Kohle zum Betreiben der Dampflokomotive.“