Galionsfigur zu Gast. Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee erzählte über ihre Bemühungen, den Bürgerkrieg in Liberia zu beenden.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 29. September 2014 (09:24)
NOEN, Krizanic-Fallmann
Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee (4. von links) kam auf Einladung von Ulrich Reinthaller und Barbara Pachl-Eberhart (ab 2. von rechts) zum Vortrag ins GuK Rabenstein. Unter den Besuchern waren neben Bürgermeister Kurt Wittmann (4. von rechts) und seinen Amtskollegen Rainer Handlfinger (links) und Anton Gonaus (rechts) auch Superintendent Paul Weiland sowie Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour.
„Jede Gesellschaft braucht jemanden, der bei einem Problem eine Lösung sucht, und ich tue das“, begründete Leymah Gbowee ihr gewaltfreies Engagement.

„Bin keine Heldin, sondern eine normale Frau“

Die liberianische Friedensnobelpreisträgerin besuchte am 22. September auf Einladung von Ulrich Reinthaller, dem Leiter und Gründer des Dialogikum Phönixberg, und in Kooperation mit der Initiative „Art of Reconciliation“ das Pielachtal. Vor mehr als 250 Personen führte Bestsellerautorin Barbara Pachl-Eberhart im GuK Rabenstein ein hochinteressantes Interview mit ihr.

Sie sei „keine Heldin“, sondern eine „normale Frau“, sagte Gbowee über ihre Bemühungen, gegen den über zehn Jahre lang dauernden Bürgerkrieg in ihrer Heimat vorzugehen und diesen mit Unterstützung von tausenden anderen, betenden Mitstreiterinnen – Christinnen wie Musliminnen – zu beenden.

„Jeder hat etwas Einzigartiges in sich"

Vorurteile abbauen, Mauern niederbrechen, Respekt: Das sind für die Sozialarbeiterin und Traumatherapeutin wichtige Schritte der Versöhnung. Außerdem könne ein konstruktiver Dialog nur geführt werden, wenn man miteinander spricht, statt nur aufeinander einzureden.

Weiters appellierte Gbowee sowohl an die Erwachsenen, ein Vorbild für die nächste Generation zu sein, als auch an die anwesenden Schüler von Maturaklassen aus Niederösterreich und Wien. Manchmal hätte sie den Eindruck, junge Leute im Westen und in Afrika würden nur mehr einen Teil von ihrem Körper, aber nicht das Hirn benützen. „Jeder hat etwas Einzigartiges in sich und wir alle einen Sinn im Leben zu erfüllen“, gab Gbowee zur Anregung mit.