Kerschner legt Amt zurück. Vizebürgermeisterin will sich ganz aus der Politik zurückziehen. Rolke scheidet aus Vorstand aus.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:23)
ChristineKerschnerlegt im Februar das Amt der Vizebürgermeisterin zurück.
SP

Eine große Überraschung brachte der Neujahrsempfang: SP-Vizebürgermeisterin Christine Kerschner will nach über drei Jahrzehnten der Politik den Rücken kehren. Die 65-Jährige möchte mit Mitte Februar ihr Amt als Vizebürgermeisterin zurücklegen und sich auch sonst aus der Politik zurückziehen.

„Ich habe mir über ein halbes Jahr lang Gedanken darüber gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es Zeit ist für mich, aufzuhören“, erklärt die Vize-Ortschefin. Sie möchte vor allem auch der Jugend die Möglichkeit geben, sich einzubringen: „Für mich ist es jetzt genug.“

Bürgermeister Peter Kalteis versteht diesen Entschluss, wenn auch mit etwas Wehmut: „Natürlich bin ich traurig. Wir haben 15 Jahre lang sehr gut zusammengearbeitet. Dafür kann ich nur ‚Danke‘ sagen.“

„Ich finde, die Jugend sollte die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen. Für mich ist es jetzt genug.“

Christine Kerschner

Geleistet hat die SP-Mandatarin in den vergangenen Jahren einiges. Drei Jahrzehnte ihres Lebens hat sie der Kommunalpolitik gewidmet. Kerschner ist 1985 in den Gemeinderat eingetreten, 2000 wurde sie geschäftsführende Gemeinderätin, zwei Jahre später folgte die Wahl zur Vize-Ortschefin. Seit 2002 stand sie dem Ortschef zur Seite.

Harald Rolke scheidet aus dem Gemeindevorstand aus.
NOEN, SP

Ihre Zeit in der Kommunalpolitik wird die 65-Jährige in guter Erinnerung behalten: „Wir haben viel geschafft und für Weinburg vieles vorangebracht. Die Zeit war für mich prägend“, sagt Kerschner. Ihr selbst lagen vor allem die jüngsten Weinburger immer am Herzen. „Ich habe mich immer für die Schule und den Kindergarten eingesetzt“, erzählt die langjährige SP-Mandatarin.

Ihre Funktionen in den Vereinen der Gemeinde will Kerschner weiter behalten. „Ich bleibe Obfrau der Volkshilfe und stellvertretende Obfrau des Pensionistenverbandes“, sagt die Weinburgerin. Gerade die Arbeit in der Volkshilfe sei ihr ein besonderes Anliegen. „Das liegt mir sehr am Herzen. Ich will eine Stütze für unsere Bevölkerung sein und für die Leute da sein, wenn sie Fragen haben.“ Ihre neu gewonnene Freizeit will die Pensionistin dann vor allem in der Natur verbringen. „Ich freue mich darauf, dass ich dann mehr Zeit für meinen Garten und die Arbeit draußen habe.“

Verjüngung des Gemeinderates

Der Vizebürgermeisterin anschließen will sich Harald Rolke. Er bleibt dem Gemeinderat zwar erhalten, möchte in Zukunft aber kürzertreten und wird deshalb aus dem Gemeindevorstand ausscheiden. „Ganz auf seine Erfahrung wollten wir dann doch noch nicht verzichten“, schmunzelt Kalteis.

Damit einhergehen soll eine Verjüngung des Gemeinderates. „Meine Team muss zukunftsfähig sein“, sagt der Ortschef. Als Kommunalpolitiker trage man eine hohe Verantwortung, die Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu müsse man sich erarbeiten, das brauche Zeit. Diese Möglichkeit soll „den Jungen“ nun gegeben werden. „Auch ich werde irgendwann aufhören“, sagt Kalteis, „dann müssen die Nachfolger schon alles können.“

Mit den Wunsch-Kandidaten für die Nachfolge der beiden Mandatare wurden bereits Gespräche geführt. Die nächste Gemeinderatssitzung soll am 28. Februar stattfinden.