Musikvereine sind jetzt "für Otti da“. Freunde machten es möglich: Erkrankter Schlagzeuger kann sein kleines Naturparadies wieder genießen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 11. August 2019 (03:15)
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Otmar und Uschi Martinovsky (vorne, v. l.) danken Freunden und Familie, so auch Markus Speckl, Dominik mit Felix Martinovsky (vorne, ab 3. v. l.), Wolgang Martinovsky, Melanie Stoll, Maria Gaschl, Franz Wiesendorfer, Leopold Lugbauer, Bürgermeister Peter Kalteis, Adi Stiefsohn (Mitte, v. l.), Toni Pugl, Robert Gaschl, Richard Wagner, Martin Steiner, Sara Kaliwoda, Franz Stiefson, Viktoria Eichinger, Erich Ziegelwagner, Manfred Lugbauer, Maria Pugl, Gitta Stiefsohn und Bernhard Gaschl (hinten, von links).

Musiker sind ein eingespieltes Team. Nicht nur, wenn es um harmonische Klänge geht, sondern auch, wenn Hilfe von Nöten ist. So haben Mitglieder des Musikvereins Ober-Grafendorf/St. Margarethen und des Musikvereins Bischofstetten ihrem einstigen Musikerkollegen, Otmar Martinovsky, ein besonderes Geschenk gemacht, einen barrierefreien Garten.

„Ich war bei Otmar zu Besuch und sah, dass viele Bereiche, so auch die Terrasse, für ihn mit Rollstuhl nicht mehr befahrbar waren. Da war mir klar, dass wir da was machen müssen“

Der Anlass ist traurig: Der 61-Jährige hatte im Vorjahr eine Gehirnblutung, anschließend einen Schlaganfall. Ein langwieriger Krankenhausaufenthalt mit Reha folgte. Nun ist der Schlagzeuger auf einen Rollstuhl angewiesen. Das hat das Leben des pensionierten ÖBB-Mitarbeiters und das seiner Gattin Uschi vor große Herausforderungen gestellt. Eine davon war der von Martinovsky geliebte Garten. „Ich war bei Otmar zu Besuch und sah, dass viele Bereiche, so auch die Terrasse, für ihn mit Rollstuhl nicht mehr befahrbar waren. Da war mir klar, dass wir da was machen müssen“, sagt sein Musikerkollege Franz Wiesendorfer.

Er suchte Kontakt zu anderen Musikern und Freunden. Das Ziel war klar: ein barrierefreier Garten. Mit großer Unterstützung durch den Turnauer-Sozialfonds der Firma Constantia Teich mit Präsident Gerald Hummer sowie Spenden von den Naturfreunden und Kirchenchor entstand diese Hilfsaktion.

„Es freut mich, dass alle zusammengeholfen haben“, betont auch Weinburgs Bürgermeister Peter Kalteis. Denn das Projekt lebt in erster Linie von den Freunden, Musikern und Nachbar Martin Steiner. „Wir konnten nicht nur den Garten und die Terrasse barrierefrei machen, sondern haben die Einfahrt zum Haus gepflastert“, so Wiesendorfer. „Dieses Engagement ist unbeschreiblich. Otmar und ich sind überwältigt“, dankte Uschi Martinovsky am Sonntag bei einem Grillfest, wo die Musiker für Otmar aufspielten. „Otti war immer für uns da, jetzt sind wir für ihn da“, lautet die klare Ansage alle Helfer.