„Kitz niemals angreifen“. Viele Rehe werden Opfer von Verkehrsunfällen. Immer wieder jagen sie freilaufende Hunde. Und nicht alle Menschen wissen mit Reh und Artgenossen umzugehen.

Von Nina Gamsjäger. Erstellt am 01. Juni 2017 (02:39)
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Rehkitze liegen oft für einige Stunden allein im Gras. Sie sollten niemals angegriffen werden.

Einen traurigen Fund machten Jäger in der Stadtsportanlage: Ein Reh hatte sich im Ballfangnetz stranguliert und war qualvoll verendet.

„Vermutlich wurde das Tier vorher gehetzt“, wissen Josef Bruckner, der Obmann der Jagdgesellschaft St. Pölten und Aufsichtsjäger und Landwirt Alois Weichhart. Besonders tragisch: Die Geiß hatte zwei Junge, wie die beiden Jäger erkennen konnten. „Sie können ohne die Mutter nicht überleben“, weiß Alois Weichhart.

Auch nicht, wenn sie gefunden und mitgenommen werden: „Mitfühlende Menschen wollen sich manchmal um Kitze annehmen, das ist aber in Wirklichkeit deren Todesurteil.“

„Die Mutter kommt meist in ein paar Stunden wieder, nimmt aber oft ihr Junges nicht mehr an, wenn es mit Menschen in Kontakt war.“Alois Weichhart

Überhaupt sollten Baby-Rehe nie berührt werden, auch wenn sie alleine zu sein scheinen – dieser Appell ist den beiden Jägern ein großes Anliegen: „Die Mutter kommt meist in ein paar Stunden wieder, nimmt aber oft ihr Junges nicht mehr an, wenn es mit Menschen in Kontakt war.“

Und noch etwas ist Josef Bruckner und Alois Weichhart ganz wichtig: „Hunde sollten an der Leine geführt werden.“ Freilaufende Hunde würden viele Probleme verursachen: „Was glauben Sie, macht der Hund, wenn er für einige Minuten plötzlich im Wald verschwindet und auf keine Rufe reagiert?“, fragt Josef Bruckner, „er wird wohl ein Wildtier entdeckt haben und dieses hetzen.“

Und der Jäger ergänzt: „Wir meinen es gut mit den Wildtieren, deswegen ist es uns wichtig, achtsam mit ihnen umzugehen.“

Vorsicht ist auch im Straßenverkehr geboten. Denn Wildunfälle lassen sich zwar nicht wirklich vermeiden, nehmen allerdings zu: „In einem Jahr werden auf St. Pöltner Stadtgebiet etwa 60 bis 70 Rehe von Autos niedergefahren“, weiß Josef Bruckner.

Wahrscheinlich werden aber noch viel mehr Rehe Opfer von Verkehrsunfällen, denn die Tiere flüchten, laufen oft verletzt weiter, verenden dann qualvoll und kläglich. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Autofahrer den Zusammenstoß mit einem Wildtier sofort melden – am besten bei der Polizei.