Die Umsätze sinken im Pielachtal. Unternehmer verzeichnen weniger Aufträge. Fehlendes Weihnachtsgeschäft erschüttert die heimische Wirtschaft.

Von Gila Wohlmann und Nadja Straubinger. Erstellt am 18. November 2020 (03:17)
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Der Einzelhandel musste mit Dienstag (mit einigen Ausnahmen wie Lebensmittelgeschäfte) schließen. Das bedeutet Totalausfälle für viele Betriebe. Manche sind gezwungen, ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken oder sie zum Abbau von Urlaubstagen aufzufordern. Einige Firmen haben sich vom ersten Lockdown Mitte März noch gar nicht erholt; jetzt folgen erneut Umsatzeinbußen.

Naturkosmetikexperte Wolfgang Stix verzeichnet Umsatzeinbußen.
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Diese spürt der Ober-Graferndorfer Unternehmer Wolfgang Stix: „Unser Problem ist, dass die Kunden extrem verunsichert sind.“ Seine Umsätze gehen massiv zurück. Im Oktober hatte er ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Weil wir eine Drogistenkonzession haben, können wir das Geschäft offen halten“, berichtet er. Die Zurückhaltung bei den Großkunden könne das aber nicht puffern. Dennoch ist Stix positiv gestimmt: „Wir stehen trotz allem nicht schlecht da, da haben es andere blöder erwischt.“ Kurzarbeit ist für ihn kein Thema, denn: „Wir haben das beim ersten Lockdown probiert, aber da gab es Unzufriedenheit in der Belegschaft.“

„Unser Problem ist, dass die Kunden extrem verunsichert sind.“

Elektroanlagen-Fachmann Wolfgang Grünbichler rechnet mit Einbußen in der Baubranche.
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Der Hofstettener Vizebürgermeister Wolfgang Grünbichler, Betreiber der Elektronikfirma „Elotech“ weiß, dass der Lockdown „eine notwendige Maßnahme ist, um die Situation in den Griff zu bekommen.“ Er rechnet aber mit massiven Rückgänge in der Baubranche. Das wird, befürchtet er, sein Unternehmen treffen, denn dieses ist auf Elektroinstallationen und Photovoltaikanlagen spezialisiert ist. Auch bei ihm ist Kurzarbeit derzeit kein Thema. Wichtig ist ihm, die Ansteckungsgefahr in seiner Firma so gering wie möglich zu halten. „Wir schauen, dass immer nur die selben Partien zusammenarbeiten. Sollte es zu einem Fall und notwendiger Quarantäne kommen, steht nicht gleich der ganze Betrieb“, erklärt er.

EDV-Unternehmer Herbert Gödel setzt vermehrt auf den Ausbau digitaler Prozesse.
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Herbert Gödel, Funktionär bei der Wirtschaftskammer und Teilbezirksobmann beim Wirtsschaftsbund Kirchberg, weiß um die Folgen der Regierungsmaßnahmen: „Ein zweiter Lockdown vor Weihnachten ist das katastrophalste Szenario für jeden, der auf das Weihnachtsgeschäft gehofft hat.“ Handel und Gastronomie würden an den finanziellen Abgrund getrieben. „Das können Ersatzzahlungen des Bundes nur schwer retten“, glaubt er. Er selbst will in seinem EDV-Unternehmen den Ausbau digitaler Prozesse forcieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.