Studie über die Dirndl wurde in Kirchberg vorgestellt. Drei Jahre beschäftigten sich Forscher der Universität für Bodenkultur mit dem Ertrag und der genetischen Vielfalt.

Von Gerhard Hackner. Erstellt am 07. November 2020 (06:17)
Bei der Präsentation der wissenschaftlichen Studie über die Dirndl dabei waren Leader-Geschäftsführerin Petra Scholze-Simmel, Leader-Obmann Anton Gonaus, Schuhmachermeisterin Doris Pfaffenlehner, Professorin Margit Laimer von der BOKU Wien, Caroline Goldsteiner vom Netzwerk Kulinarik und Dirndlkönigin Sandra Schweiger.
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„Seit über zwanzig Jahren gibt es großartige Aktivitäten rund um die Dirndl; aber erstmals wurde eine umfassende wissenschaftliche Dokumentation dazu erstellt“, freut sich der Obmann der Leaderregion Mostviertel-Mitte Anton Gonaus.

Drei Jahre lang befasste sich ein Team der Universität für Bodenkultur mit dem Ertrag und der genetischen Analyse der Dirndlfrucht. Finanziert wurde die Studie vom Land Niederösterreich und vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

425 Dirndl-Pflanzen an 40 Standorten untersucht

Für die künftige Entwicklung der Dirndl und für die Produzenten konnten wichtige Aspekte gewonnen werden. Projektleiterin Margit Laimer präsentierte vor Fachpublikum in der Kirchberghalle in Kirchberg die Ergebnisse.

Untersucht wurden 425 Dirndl-Pflanzen an vierzig verschiedenen Standorten in drei geografisch unterschiedlichen Regionen (Pielach-, Traisen- und Gölsental). „Zusätzlich gab es Vergleiche mit Pflanzen aus dem Iran und bekannten Kulturen“, fügt Laimer hinzu.

Grundlagen waren die Identifizierung der genetischen Ressourcen, die Erhebung der Klimadaten sowie genetische und biochemische Analysen bei der Untersuchung der Früchte. Analysiert wurden kultivierte Pflanzen und Wildstandorte, der Frucht- und der Kern-Index, verschiedene Altersgruppen und Gesundheitsaspekte (Vitamin C–Gehalt, Mineralstoffe) der Kornelkirsche.

Die Universitätsprofessorin fasst zusammen: „Die biologische Vielfalt der Dirndl im Pielachtal ist enorm hoch. Man muss sie nur genau anschauen und klug einsetzen. Wichtig ist der Erhalt für die Nachwelt. Dazu muss man neue Methoden anwenden. Und man kann sich überlegen, ob man in Zukunft gesundheitsrelevante Aspekte mehr betont und dazu gezielt Projekte um die Dirndl entwickelt, die dem Bedürfnis der Konsumenten entsprechen“.

„Die biologische Vielfalt der Dirndl im Pielachtal ist enorm hoch. Man muss sie nur genau anschauen und klug einsetzen.“Margit Laimer, Projektleiterin

Mit einem völlig anderen Aspekt der Dirndln befasste sich Schuhmachermeisterin Doris Pfaffenlehner aus Kernhof im Rahmen eines von der LEADER-Region Mostviertel-Mitte ermöglichten Projektes. Gemeinsam mit Experten der Gerber- & Lederschule Rosensteingasse in Wien untersuchte sie den Gerbstoffgehalt in Dirndlfrüchten und Dirndlkernen, um eine Möglichkeit zur naturbelassenen Wildhautgerbung mit Dirndln zu entwickeln.

Caroline Goldsteiner von der Energie und Umweltagentur des Landes stellte die Aktivitäten des Netzwerks Kulinarik vor. Unter anderem wurde die FH Wiener Neustadt am Standort Wieselburg beauftragt mit Studierenden Produktinnovationen aus Dirndlfrüchten zu entwickeln.

Abschließend betonte Goaus: „Die Ergebnisse werden bei den Dirndlproduzenten auf großes Interesse stoßen.“