Wochenlang keine Post. Bewohner der Ober-Grafendorfer Katastralgemeinden bekommen seit Adresseänderungen Anfang April keine Briefe und Pakete mehr zugestellt.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:42)
NOEN, Erwin Wodicka
„Seit Wochen bekommen wir nur sporadisch Post“, klagt eine NÖN-Leserin aus Ober-Grafendorf. Grund für die Probleme sind Adressänderungen in den Katastralgemeinden Rennersdorf, Gattmannsdorf und Kotting, die die Gemeinde am 1. April durchführte.

„Wir haben alles rechtzeitig gemeldet. Es ist aber nicht das erste Mal, dass es Probleme mit der Post gibt.“
Rainer Handlfinger, Ortschef

Vonseiten der Post kennt man die Problematik, weißt aber jede Schuld von sich, wie Post-Pressesprecher Michael Homola erklärt: „Wir haben die Änderung nicht rechtzeitig gewusst. Die Gemeinde hat uns zu spät informiert.“ Aus diesem Grund hat laut der Post die Umstellung auch nicht rechtzeitig funktioniert, Probleme bei der Zustellung resultieren daraus.

Für den Ober-Grafendorfer Bürgermeister Rainer Handlfinger ist der Einwand der Post unverständlich: „Wir haben bereits im März alles rechtzeitig gemeldet. Der Fehler liegt nicht bei uns.“

Laut Auskunft der Gemeinde wurde das erste Schreiben bei der Post verloren, eine Aufforderung die Daten per E-Mail zu schicken, ist man danach nachgekommen. „Leider hat uns die Post eine falsche E-Mail-Adresse gegeben“, informiert Handlfinger. Erst nach Behebung des Problems konnten die Adressen ordnungsgemäß übermittelt werden.

Postmitarbeiter gleichen Excel-Listen ab

Bei der Umstellung der Adressen wurde aber nicht nur die Post informiert, sondern auch vier weitere Institutionen, wie etwa das Finanzamt: „Dort gab es nirgendwo ein Problem. Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit der Post ein Problem haben“, klagt Handlfinger im NÖN-Gespräch.

Für die betroffene Leserin nur ein schwacher Trost: „Wir bekommen tagelang keine Post, manchmal dafür aber 17 Briefe an einem Tag.“ Aufgrund des Poststempels weiß die Ober-Grafendorferin, dass die Briefe oft wochenlang bei der Post liegen bleiben. Kurios dabei ist auch, dass zu Beginn keine Sendungen an die neue Adresse zugestellt wurden, jetzt gibt es meist keine Briefe an die alte Adresse.

Um das Problem in Griff zu bekommen, gleichen Postmitarbeiter derzeit Excel-Listen ab. Eine enorme Herausforderung für unsere Mitarbeiter, wie Homola erklärt: „Es sollte jetzt aber zu keinen Problemen bei der Zustellung mehr kommen.“