Wolf marschierte durch die Wälder von Schwarzenbach. Raubtier marschierte durch die Wälder von Schwarzenbach. Jägerin hielt die Begegnung fest. Weiteres Exemplar im Laabental gesichtet. Noch keine Risse verzeichnet.

Von Gila Wohlmann und Birgit Kindler. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:32)
Mitten im Steingraben lief der Wolf über die Wiese.
Wagenhofer

Jägerin Renate Wagenhofer hat den Wolf fotografiert.
NOEN

Nicht schlecht staunte Renate Wagenhofer, als sie vor einigen Tagen zu ihrem landwirtschaftlichen Anwesen fuhr. „Mitten auf der Wiese stand ein Wolf, er war rund 15 Meter entfernt“, erinnert sie sich. Es gelang ihr, Fotos zu machen, auch als er mitten auf der Straße weiterlief „Er war für einen Wolf nicht sehr scheu, sah aber gesund aus“, schildert die passionierte Jägerin.

In freier Wildbahn hatte sie bislang noch nie einen Wolf gesehen und schon gar nicht so aus der Nähe. „Es war gegen 7.30 Uhr morgens und taghell. Man rechnet nicht damit“, sagt sie. Risse von Wild oder Nutztieren seien, erzählt sie, aber nicht verzeichnet worden. Die Hegerin betont: „Ich bin sicher nicht dafür, dass man gleich ein Tier abschießt, man muss aber auch an etwaige Folgen für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung denken.“ Seit ihrer Sichtung und der anderer Augenzeugen wurde das Tier nicht mehr gesehen, es gab aber noch eine zweite Wolfsichtung im Laabental im Wienerwald. Auch diese belegen Fotos.

Die beiden Wolfserscheinungen bestätigt Landesforstdirektor-Stellvertreter Hans Grundner. „Die auf den Fotos abgebildeten Tiere sind sehr wolfsverdächtig. Einen genetischen Nachweis gibt es aber noch nicht“, erklärt er. Die Bezirkshauptmannschaft sei über die Sichtungen informiert und würde die Situation beobachten. „Hier gibt es einen genauen Leitfaden, wie man damit umgeht“, erklärt Grundner. Eine Vermutung, woher die Wölfe stammen könnten, hat er nicht. „Besonders Jungtiere sind sehr wanderlustig, das ist nicht ungewöhnlich“, weiß Grundner.

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