Region Pielachtal: Viele Fasten für die Gesundheit. Weniger Süßes und mehr Sport. Promis aus dem Tal nutzen die Fastenzeit für bewusstere Lebensführung.

Von Caro Böhm, Beate Steiner, Anna Maria Backnecht und Nadja Straubinger. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:13)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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Fasten bedeutet Verzichten. Viele nutzten in den vergangenen Jahren die Fastenzeit, um ungeliebte Gewohnheiten abzulegen oder ein paar Kilos abzuspecken. Wegen Corona fällt es manchen heuer jedoch doppelt schwer. Denn verzichtet wurde bislang aufgrund der Einschränkungen genug. Dennoch wollen einige Promis aus der Region etwas kürzer treten, der Grund dafür ist jedoch keine religiöser, sonder die Gesundheit.

Der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix wird auch heuer wieder zehn Tage lang Tee- und Saftfasten. Der Unternehmer zieht sich in dieser Zeit auch aus dem Betrieb zurück. „Mir geht es ums Abschalten, Regenerieren, Kraft Tanken. Das Abnehmen ist eine positive Nebenerscheinung.“ Seit mehr als 20 Jahren macht Wolfgang Stix diese Entgiftungskur, vor der Pandemie immer in einem Fastenhotel. Im vergangenen Jahr probierte er das Fasten zuhause. „Das war nicht einfach, mit den Kindern.“ Heuer geht‘s nach Ostern los mit der Kur, „vielleicht kann ich dann ja schon ins Fastenhotel fahren.“

„Mir geht es ums Abschalten, Regenerieren, Kraft Tanken. Das Abnehmen ist eine positive Nebenerscheinung.“

Das ganze Jahr über schaut die Hofstettener Zauberkünstlerin Amelie van Tass auf ihre Gesundheit. „Für mich ist es privat und auch beruflich wichtig, fit zu sein. Ich binde Verzicht nicht an eine gewisse Zeit. Es gibt während des Jahres immer wieder Phasen, wo ich zum Beispiel auf Fleisch oder alkoholische Getränke verzichte.“ Sie ist der Meinung, dass es Körper und Geist gut tut, wenn es Abwechslung gibt. „Außerdem genießt man das, worauf man verzichtet hat wieder mehr.“

Der Präsident der Wiener Sängerknaben Gerald Wirth wird in der Fastenzeit vor allem die Bühnenauftritte schmerzlich vermissen. „Gerade die Vor-Osterzeit ist für uns Musiker wegen der phänomenalen Kompositionen, etwa Bachs Passionen, eigentlich eine wahnsinnig schöne Zeit“, erklärt er. Alkohol trinke er ohnehin keinen. Stattdessen verzichte er in den kommenden Wochen freiwillig auf Süßigkeiten. Das habe für ihn jedoch vor allem gesundheitliche Gründe.

Auch die „Schlosskogler“ Ernst und Ferri Illmaier schränken sich in der Fastenzeit etwas ein. „Wenn wir bei Veranstaltungen Krapfen, Essen, Kaffee, Getränke oder andere Dinge angeboten kommen, konsumieren wir weniger“, so die Kirchberger.

Das Gemeindeteam in Rabenstein, Eva-Maria Heindl, Evelyn Gruber und Martina Bachmann werden die Fastenzeit zum Anlass nehmen, um sich wieder bewusster zu ernähren. „Uns geht’s dabei um unser Wohlbefinden! Wir lassen den Zucker weg, essen bewusster, regelmäßiger und gesünder. Dazu regelmäßig Bewegung und am zweiten-dritten Tag ist man schon ein ,neuer‘ Mensch“, sind sie sich einig.

Dass die Corona-Zeit für Körper und Gesundheit nicht förderlich war, weiß auch Richard Mader , von der Fahrschule Sauer. „Ich betreibe seit Jahreswechsel wieder regelmäßig Sport. Bis Ostern will ich das beibehalten“, so Mader. Die Fastenzeit wird er, wie jedes Jahr, erst im September machen, da fällt es ihm leichter, auf Alkohol und Süßes zu verzichten.

Eine Maßnahme zur inneren Reinigung

„Fasten kommt ursprünglich aus dem religiösen Bereich und war eine Maßnahme zur inneren Reinigung. Die Basis dieser geschichtlichen Entwicklung ist der mentale und geistliche Aspekt“, berichtet Ernährungsexpertin Edith Sommerauer. Heute wird oft nur der Effekt der Gewichtsreduktion als fasten bezeichnet. Die Fastenzeit biete sich zeitlich an, um den Winterspeck loszuwerden. „Meiner Erfahrung nach, ist eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung zur Gewichtsreduktion am sinnvollsten“, erklärt die Diätologin. Bei einer Ernährungsumstellung geht es nicht nur darum, was gegessen wird. Es sei auch wichtig wie, wann, warum und wieso gegessen wird. „Ich selbst versuche auf Süßes zu verzichten und achte auf eine hohe Zufuhr an pflanzlichen Lebensmitteln. Dabei bemühe ich mich, meine Gedanken und Ziele im positiven Sinn zu bearbeiten.“

Dem Körper und Geist etwas Gutes tun

Dem Körper etwas Gutes tun will auch Pfarrer Emeka Emeakaroha aus Ober-Grafendorf: „Die Fastenzeit ist der perfekte Zeitpunkt, um damit anzufangen“. Jedes Jahr ab Aschermittwoch verzichtet er komplett auf Süßigkeiten. „Und ich esse generell weniger und bewusster“, berichtet Emeakaroha. Es sei für ihn ein Zeichen der Solidarität gegenüber Menschen, die nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung haben und hungern müssen. Die Fastenzeit biete sich gut an, um sich in diese Menschen hineinzuversetzen und dafür ein Bewusstsein zu schaffen. „Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass ich genug zu essen habe. Ebenso für jede Person, die am Verarbeitungsprozesse von Lebensmittel beteiligt ist“, erzählt Emeakaoha.

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