Loich: Erinnerungen an Pfarrer Peter Stehr. Gottfried Grubner entdeckte in einem alten Schulheft einen ganz besonderen Aufsatz.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 07. Februar 2021 (03:09)
Gottfried Grubner fand einen alten Schulaufsatz über Pfarrer Peter Stehr (Bild), der auf seiner Pilgerreise verstarb.
Diözese St. Pölten, privat

Eine besondere Entdeckung beim Aufräumen machte Gottfried Grubner. Er fand ein altes Schulheft aus seiner Kindheit. Darin stieß er auf den von ihm verfassten Aufsatz „Unser Herr Pfarrer kehrt von Rom nicht mehr zurück“.

„Sein sehnlichster Wunsch war es, einmal nach Rom zu pilgern."

Er erinnert an den einstigen Loicher Pfarrer Peter Stehr, der 1952 auf seiner Pilgerreise verstarb. Stehr ist bis heute in Loich bekannt: Er kam als sechstes von acht Kindern der Eltern Maria und Johann am 1892 in Lunz am See zur Welt. Als er fünf Jahre alt war, starb sein Vater. Stehr besuchte das Stiftsgymnasium Seitenstetten und das Alumnat in St. Pölten. 1916 wurde er zum Priester geweiht. Nach den Kaplansjahren übernahm Peter Stehr im Winter 1923/24 die Pfarre Puchenstuben. Auch die Schule in Nestelberg, wo damals zwei Drittel der Bewohner Protestanten waren, musste er mitbetreuen. 1933 wurde Peter Stehr schließlich zum Pfarrer von Loich bestellt.

„Sein sehnlichster Wunsch war es, einmal nach Rom zu pilgern. Zu seinem 60. Geburtstag schenkte ihm die Pfarrgemeinschaft Loich den Fahrpreis für die Reise in die Ewige Stadt. Von den Schulkindern erhielt er einen Reiserasierapparat“, erzählt Grubner.

Doch Pfarrer Stehr hatte eine schwache Gesundheit und musste strenge Diät halten. Auch an eine Operation wurde gedacht. Schließlich gaben ihm die Ärzte das Einverständnis zur Pilgerfahrt, die er mit niederösterreichischen Bürgermeistern am 20. Oktober 1952 antrat. Schon in Florenz litt er an besonders starken Schmerzen.

In der Nacht vom 21. auf 22. Oktober wurde er in Rom in einem Schweizer Ordenskrankenhaus wegen eines Zwölfingerdarmdurchbruchs operiert. Die Ärzte hatten aber wenig Hoffnung, dass er überlebt. Als er von der Narkose erwachte, wurde er sofort mit den Sterbesakramenten versehen. Nach einer Woche Spitalsaufenthalt verstarb er schließlich am 28. Oktober 1952.

Schulkinder waren vom Tod betroffen

„Auch wir Loicher Schulkinder waren von den Ereignissen der Pilgerreise unseres Katecheten betroffen. Zum Gedenken verfassten wir in der Deutschstunde diese Schularbeit. Diese habe ich bis heute aufbewahrt“, resümiert Grubner. Er möchte mit diesem Zeitzeugnis ein Stück Loicher Geschichte und auch das Andenken an einen für die Gemeinde wichtigen Geistlichen nicht in Vergessenheit geraten lassen.