Gablitzer Kapellen-Schicksal ist noch ungewiss

Marienkapelle soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Kongregation ist dagegen. Urteil des Gerichts steht noch aus.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:44
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Die freistehende Kapelle des Marienheims wurde am 29. August 1981 von Weihbischof Franz Jachym eingeweiht. Mit dem Neubau des Pflegezentrums im Ortszentrum soll das Gotteshaus mit dem Marienheim abgerissen werden.
Foto: Veraszto

Der Marienkapelle droht weiterhin der Abriss. Im Sommer 2022 will die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser im Ortszentrum mit dem Bau ihres neuen Pflegeheims „Alfons Maria“ beginnen. Ein Gebäude mit 120 Einzelzimmern ist geplant. Für den Neubau soll das Marienheim an der Hauersteigstraße samt ihrer freistehenden Kapelle weichen.

Die Gablitzerinnen Marianne Schaffer und Monique Weinmann wollen aber gemeinsam mit anderen Bürgern einen Abriss der Marienkapelle verhindern. Sie wandten sich an das Bundesdenkmalamt, das ein Unterschutzstellungsverfahren einleitete. Die Kongregation legte aber Einspruch ein, die NÖN berichtete:

Seither beschäftigt sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Fall. Wie das Bundesdenkmalamt auf NÖN-Anfrage mitteilt, hat es bereits eine mündliche Verhandlung gegeben. Das Bundesverwaltungsgericht hat auch ein Gutachten eingeholt. Jetzt warten die Beteiligten auf ein Urteil. „Eine Entscheidung des Gerichts liegt noch nicht vor“, heißt es seitens des Bundesdenkmalamtes.

In Hinblick auf den Heim-Neubau hofft die Kongregation aber, dass das Verfahren bald beendet werden kann. „Wir warten auf die Entscheidung, weil sie auch eine Grundlage für weitere Planungen ist“, erklärt Einrichtungs- und Heimleiter des Marienheims und des Klosters St. Barbara Josef Kreimer. Parallel zum Verfahren hat die Kongregation auch bei der Erzdiözese Wien angefragt, ob diese die Kapelle übernehmen würde, falls das Gotteshaus zu einem denkmalgeschützten Gebäude wird.

Das dürfte aber nicht der Fall sein – zumindest teilte man auf NÖN-Anfrage mit: „Seitens der Erzdiözese Wien besteht kein Interesse, die Kapelle zu übernehmen oder uns sonst in die Gebarung der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser einzumischen“, so Erich Ehn, Leiter des Amtes für Rechts- und Liegenschaftsangelegenheiten der Erzdiözese Wien.

Wie bereits berichtet, hängt der Abriss des Heims samt Kapelle mit einer Auflage des Landes zusammen. Da im Ortszentrum gebaut werden soll, musste die Gemeinde die Flächen, auf dem das Marienheim steht, auf Grünland umwidmen. „Es darf zu keiner Vermehrung von Bauland kommen“, betont einmal mehr ÖVP-Bürgermeister Michael Cech.

Für Ortschef hat Ortszentrum Priorität

Laut Kreimer müsse man aber gegebenenfalls mit dem Land in neue Verhandlungen treten, falls die Kapelle durch den Denkmalschutz bestehen bleiben muss. „Weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben“, so der Heimleiter.

Ob die Kapelle auch auf einer Grünland-Fläche stehen bleiben dürfte, ist noch nicht geklärt. „Einen solchen Fall hatten wir in Gablitz noch nicht“, sagt Cech.

Für den Bürgermeister ist aber ohnehin wichtiger, dass die Bauland-Widmung im Ortszentrum nicht gefährdet wird. „Wofür ich kämpfen würde, ist, dass das neue Heim mit den 120 Betten weiterhin im Ortszentrum gebaut werden kann“, so Cech.

Marianne Schaffer hofft einstweilen, dass das Land seine Auflage ändert, wenn die Kapelle unter Denkmalschutz gestellt wird. Die Kirche könne eine Ausnahme darstellen, ist die Gablitzerin überzeugt. „Dann muss sie nicht abgerissen werden“, so Schaffer.