Brigitte Kemmer: Hobby als Beruf(ung) in Tullnerbach. Brigitte Kemmer hat sich dem Aufpäppeln alter Kleidung verschrieben. Aber auch klassiche Änderungen bietet sie in ihrer Änderungsschneiderei in Tullnerbach an.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 19. Februar 2021 (03:11)
Brigitte Kemmer betreibt seit 25. Februar 2010 ihre Änderungsschneiderei in Tullnerbach.
privat

Brigitte Kemmer betreibt seit knapp elf Jahren ihre Änderungsschneiderei in Tullnerbach. Vor Kurzem wurde sie von der Wirtschaftskammer für ihre 10-jährige Treue ausgezeichnet – wegen der Corona-Pandemie hat sich dies verzögert. Im Gespräch mit der NÖN erzählt sie, warum sie sich damals für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden hat und wie es ihr im Lockdown ergangen ist.

„Ich habe die Modeschule Herbststraße in Wien gemacht und anschließend bei Lambert Hofer – einem Schneider in Wien – gearbeitet“, erzählt Kemmer. Nach langjähriger Pflege ihrer Eltern sowie einer Trennung entschloss sie sich schließlich, sich mit einer kleinen Änderungsschneiderei selbstständig zu machen. „Ich bin sehr zufrieden. Es ist ein Beruf, der wieder sehr gefragt ist. Die Leute lassen sich wieder sehr viel ändern“, schildert die Schneiderin. Grundsätzlich hat sie sich neben dem Ändern von unpassenden Kleidungsstücken auch dem Aufpäppeln von Gewand verschrieben.

„Ich bin sehr zufrieden. Es ist ein Beruf, der wieder sehr gefragt ist. Die Leute lassen sich wieder sehr viel ändern“

Neben den klassischen Änderungen, wie das Kürzen von Hosen, gibt es bei ihr unter auch Bienenwachstücher. „Ich verwende dafür Stoffreste aus Baumwolle. Das wird genäht und anschließend mit Bienenwachs eingelassen. Danach wird es festgebügelt und in die Form genäht“, erklärt Kemmer und fügt hinzu: „Bei mir wird jeder Stoffrest ausgenutzt.“

Der Lockdown hat sie kaum eingeschränkt. „Ich habe von Beginn an nur mit telefonischer Terminvereinbarung gearbeitet. Ich habe keine regulären Öffnungszeiten, sondern meine Kunden rufen an und wir machen uns einen Termin aus“, erklärt die Schneiderin. Körpernahe Arbeiten, wie Abstecken, konnte sie allerdings nicht machen. Aber auch hier hat sie sich Abhilfe geschaffen. „Bei Hosen geben meine Kunden einfach eine zweite mit, nach dieser Länge stecke ich dann ab“, sagt Kemmer. Das größte Problem derzeit sei lediglich, das nötige Zubehör zu bekommen. „Ich habe zwar einiges online bestellt, aber die Farbtöne erkennt man erst, wenn man sie in Händen hält. Das war die größte Herausforderung“, schildert die Tullnerbacherin.

Für die Zukunft hat Kemmer lediglich einen Wunsch: „Ich möchte die Änderungsschneiderei gerne so lange führen, wie es mir körperlich möglich ist.“