Medizinische Versorgung in der Region Purkersdorf ist gesichert

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 20:01
Lesezeit: 4 Min
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Laut Ärztevertretern ist fachärztliche Versorgung im Bezirk gut. Auch eine Kassen-Kinderarzt-Stelle in Purkersdorf könnte nächstes Jahr Realität werden.
Foto: Shutter-stock/Kzenon
Aktuell gibt es großen Patientenzulauf aufgrund der Jahreszeit. Vakante Planstellen werden weniger und auch Kassen-Kinderarzt in Purkersdorf könnte vielleicht bald Realität werden.
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Die Nachbesetzung von Kassenärzten ist nicht immer eine einfache Aufgabe. Seit Jahren kämpft man in Purkersdorf etwa nach einer Kassen-Kinderarztstelle. Es wurde nicht nur direkt bei den Ärzten geworben, sondern auch Maßnahmen überlegt, wie man diese Stelle attraktiv machen könnte. Jetzt könnte sich aber eine Lösung abzeichnen. Es gibt nun grundsätzlich interessierte Kinderfachärztinnen, die sich zwar nicht bewerben, aber dort tätig werden wollen“, so die Information der Ärztekammer für Niederösterreich.

Um dies im Rahmen einer „Außenstelle eines Primärversorgungszentrums“ machen zu können, bräuchte es einen Modus, den es derzeit nicht gibt. Aktuell laufen laut Ärztekammer Detailgespräche: „Wenn es zu einer abschließenden Einigung kommt, wäre ein Beginn frühestens mit 1. April 2023 möglich“, informiert Sigrid Ofner.

Das Ziel der Österreichischen Gesundheitskasse ist es, dass jede und jeder in Österreich die Behandlung bekommt, die er oder sie benötigt – und das unabhängig von Einkommen, Alter, Geschlecht oder Wohnort, heißt es auf Anfrage von der ÖGK. In Stadt und Bezirk St. Pölten gibt es aktuell 186 Planstellen, von denen 3,5 mit Stichtag 1. Oktober 2022 unbesetzt sind. „Es handelt sich um drei Stellen für Allgemeinmedizin (Besetzungsstand ist trotzdem 96 Prozent) sowie eine halbe Planstelle für Kinderheilkunde. Im Regelfall werden unbesetzte Planstellen innerhalb eines Quartals nachbesetzt“, erklärt Viktoria Frieser, stellvertretende Pressesprecherin der ÖGK.

Anschubfinanzierung bis Mitte Jänner

Unterstützung gibt es vonseiten der ÖGK mit einer Anschubfinanzierung noch bis Mitte Jänner 2023 für lang vakante Planstellen in der Allgemeinmedizin sowie in der Kinder- und Jugendheilkunde. Außerdem ist derzeit ein weiteres Primärversorgungszentrum in St. Pölten geplant. „Dieses war bereits ausgeschrieben und es liegt eine Bewerbung vor. Dieses PVZ soll im Norden der Stadt St. Pölten angesiedelt werden“, erklärt Frieser.

Die Gemeinden selbst können insofern unterstützen, als sie geeignete Räumlichkeiten suchen bzw. zur Verfügung stellen oder Mietzuschüsse gewähren.

Andreas Barnath, Fachärztevertreter für den Bezirk St. Pölten-Land, beschreibt die fachärztliche Versorgung grundsätzlich als gut. „Ewiges Sorgenkind waren die Kinderärzte, aber hier gibt es mittlerweile eine echte Kassenfacharztstelle in St. Pölten und das Kinderbetreuungsprojekt im PVZ St. Pölten. Die anderen Fächer sind gut vertreten. Probleme gibt es jedoch in der Psychotherapie und Physiotherapie bzw. Ergotherapie“, schildert er. Aktuell gibt es aufgrund der Jahreszeiten einen starken Zulauf in allen Fachrichtungen. Trotzdem könnte die Stimmung unter den Ärzten besser sein, „wenn das Card System reibungslos funktionieren würde, was es in letzter Zeit leider nicht tut.“

Einen Mangel an Notärzten gibt es in der Region Wienerwald nicht. „Derzeit funktioniert die Besetzung der Notarztdienste beim Roten Kreuz Neulengbach reibungslos“, sagt Daniel Rauchecker vom Roten Kreuz Neulengbach. Lediglich wenige Stunden könnten aufgrund kurzfristiger Ausfälle – zum Beispiel Krankheit – nicht sofort nachbesetzt werden. Niederösterreich weit betrachtet liege die Besetzungsquote bei den Notärzten inklusive aller Nacht-, Wochen und Feiertagsdienste bei 98 Prozent: „Das ist österreichweit gesehen ein ausgezeichneter Wert, den wir auch der Bereitschaft der NÖ Notärztinnen und Notärzte, aber auch den Dienstführenden verdanken“, so Rauchecker.

Der Bezirksstellenleiter-Stellvertreter merkt aber an, dass auch am Roten Kreuz die öffentlich geführte Diskussion über eine künftig eventuell schwieriger werdende Situation im Notarztbereich nicht vorbeigeht. „Deshalb versucht das Rote Kreuz Niederösterreich mit innovativen Projekten die Effizienz im Notarztwesen zu stärken. Eines dieser Projekte, das derzeit gerade die größten Erfolgsaussichten verspricht, ist der Telenotarzt, der sich mittlerweile im erweiterten Pilotstadium befindet“, sagt Daniel Rauchecker.

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