Adventpfad statt Markt in Purkersdorf. Purkersdorf muss Adventmarkt absagen. Neue Ideen unterstützen die Gastronomie.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:44)
Der Adventmarkt fällt heuer coronabedingt doch aus. Die Stadt möchte aber mit der Gastronomie einen Adventpfad realisieren.
NOEN

Die Stadt hat lange versucht, ihre Pläne für den Adventmarkt trotz Corona aufrechtzuerhalten. Die verschärften Maßnahmen machen der Stadtgemeinde aber jetzt einen Strich durch die Rechnung, dämpfen die Vorfreude auf stimmungsvolle Beleuchtung, großes Getümmel und den süßen Duft von Punsch und Vanillekipferl: „Wir haben uns wirklich bemüht, hin und her überlegt, wie wir es machen könnten. Am Schluss wäre herausgekommen, dass wir statt 33 Standln maximal 15 gehabt hätten. Damit hätte ich emotional gesehen noch leben können, aber dann kommt noch die wirtschaftliche Seite: Es hätte uns rund 25.000 Euro mehr gekostet“, erklärt SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler.

Ein vorgeschriebenes Leit- und Ordnersystem, das vorsieht, dass während der Öffnungszeiten von Donnerstag bis Sonntag ein bis zwei Personen immer anwesend sein müssten, sei einfach nicht umsetzbar, so der Stadtchef und fügt hinzu: „Schweren Herzens werden wir den Adventmarkt absagen.“

Keine Kontrolle durch Rathaus-Mitarbeiter

Hinzu käme, dass man nicht die Rathaus-Mitarbeiter dafür verantwortlich machen möchte, unter den Gästen die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren. „Die Menschen, die im Rathaus arbeiten, kennen draußen jeden dritten Besucher. Um nicht irgendwelche Konflikte aufkommen zu lassen, wollen wir unsere Mitarbeiter nicht auch noch für diesen Aufgabenbereich einsetzen“, sagt Steinbichler. Und ohnehin wäre auch die Einteilung der Standler schwierig gewesen. „Wie kürzt man 33 Standl auf 15, also auf weniger als die Hälfte. Wir hätten es per Los entscheiden müssen“, erklärt der Bürgermeister.

Stadt will Eislaufplatz dennoch umsetzen

Gute Nachrichten gibt es aber trotzdem: Die Umsetzung des Eislaufplatzes ist aktuell immer noch machbar. Und damit auch Adventstimmung aufkommt, hat sich die Stadt ein Angebot überlegt, das gleichzeitig die Gastronomie unterstützen soll. „Wir werden die Gastgärten von ,Stehbeisl‘, ,Drop In‘ und ;Café Zeit‘ offenlassen. Und wir werden bitten, dass die Gastronomen ihre Gastgärten parallel zum Eislaufplatz offenlassen“, sagt Steinbichler.

Für vorweihnachtliche Stimmung soll aber auch Musik sorgen: „Es wird eine leichte Beschallung geben, wenn man den unteren Hauptplatz betritt.“ Das Soft-Opening des Eislaufplatzes wird wie geplant am 20. November stattfinden. Die einzige Änderung, die es durch Corona gibt: „Der Eislaufplatz wird am Vormittag und bis 14 Uhr nur für Schulen zugänglich sein“, erklärt der Stadtchef. Nach 14 Uhr ist der Eislaufplatz dann auch für die Öffentlichkeit benützbar. „Wir werden uns bemühen, an allen Tagen offenzuhalten, kleine Fragezeichen sind noch bei den Feiertagen“, sagt Steinbichler. Hier müsse noch die Frage nach dem Personal geklärt werden.

„Der Eislaufplatz wird am Vormittag und bis 14 Uhr nur für Schulen zugänglich sein.“ Stadtchef Stefan Steinbichler

Die Stadt wartet mit einer weiteren neuen Idee auf, die der Gastronomie und den Vereinen zugutekommen soll: „Um die Adventstimmung zu retten, werden wir einen Adventpfad machen“, erzählt Elise Madl von der Stadtgemeinde. Eine Woche nach der Eröffnung des Eislaufplatzes sollen ortsansässige Gastwirte zum Beispiel kleine Punschecken einrichten. „Wir werden dann versuchen, alles möglichst übersichtlich in einer Karte zusammenzufassen, wo man wann den Adventpfad besuchen kann“, freut sich Madl. Die Idee werde sehr gut angenommen, so die Organisatorin.

Vereine können beim Pfad mitmachen

So ziemlich jeder Gastronom habe bereits zugesagt, beim Adventpfad mitzumachen. Die Öffnungszeiten des neuen Adventspektakels werden sich an den offenen Tagen der Betriebe orientieren. Geplant ist aber, vor allem rund um das Wochenende des eigentlichen Adventmarktes, die Punschecken auf die Beine zu stellen. Unterstützung bekommen sollen auch die Vereine, die im heurigen Coronajahr durch den Ausfall von Veranstaltungen um ihre Einnahmen gekommen sind. „Wir werden diese Variante grundsätzlich auch den Vereinen anbieten, nämlich jenen Vereinen, die auch über ein Vereinslokal verfügen. Aber da muss jeder Verein für sich entscheiden, ob er mitmacht, weil ab zwölf Personen muss eine Veranstaltung bei der Gesundheitsbehörde gemeldet werden“, sagt die Organisatorin.