Aufregung um Teilabriss von Bahnhof Unterpurkersdorf

Erstellt am 26. August 2021 | 05:36
Lesezeit: 3 Min
Aufregung um Teilabriss von Bahnhof Unterpurkersdorf
In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ein Teil der alten Fußgängerbrücke abgerissen.  Foto: privat
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Mit Umbau werden Wege für die Überquerung der Gleise länger.
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Die Arbeiten am Bahnhof Unterpurkersdorf schreiten immer weiter voran. Vergangenen Freitag wurde ein erster Teil des neuen Übergangssteg von der Wintergasse bis zum Mittelbahnsteig eröffnet.

Ein Teil der alten Fußgängerbrücke wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag bereits abgerissen. Bis voraussichtlich Sommer 2022 müssen die Fußgänger von der Wintergasse kommend die Gleise über den neuen Stiegenaufgang sowie über Bahnsteig 2 und den bestehenden Übergang überqueren.

Der verbleibende Weg von Bahnsteig 2 auf Bahnsteig 1 bzw. Richtung Bahnhofstraße verläuft weiterhin am alten Personensteg.

Bei einigen Anrainern und NÖN-Lesern sorgt dies allerdings für Aufregung.

Aufregung um Teilabriss von Bahnhof Unterpurkersdorf
Möchte man von der Bahnhofstraße in die Wintergasse gelangen, muss man den alten Bahnsteig passieren und von dort – durch die Baustelleneinfahrt – zum neuen Stiegenaufgang. Die ÖBB ist sich der temporären Beeinträchtigungen bewusst und bittet um Verständnis.
Foto: privat

„Man muss nun zum Teil über die alte Brücke, dann über einen schmalen Bahnsteig gehen, um schließlich den neuen Bahnübergang zu erreichen, wo man erneut viele Stiegen zuerst hinauf und dann wieder hinuntergehen muss – ohne Hilfe für Kinderwagen. Dies stellt ein unüberwindbares Hindernis für Eltern dar, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen“, beklagt etwa Bina Aicher von Pro Purkersdorf die Übergangslösung.

Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB, betont auf NÖN-Anfrage, dass es sich hierbei um eine Übergangslösung handelt, „die sich aus dem Bauablauf unter Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes ergibt. Uns ist bewusst, dass die derzeitige Situation eine Beeinträchtigung darstellt und bitten um Geduld und Verständnis. Nach der Fertigstellung des Bahnhofs wird es in Unterpurkersdorf erstmals möglich sein, die Gleise barrierefrei zu überqueren. Bis dahin sind Beeinträchtigungen leider unvermeidbar.“

Überqueren der Gleise bisher nicht barrierefrei

Er verweist zudem darauf, dass das Überqueren der Gleise von der Bahnhofstraße bis zur Wintergasse bisher nicht barrierefrei möglich war. Erst der fertige Bahnhof wird komplett rollstuhl- und kinderwagengerecht zugänglich sein.

Mit dem Abbruch eines Teiles des alten Stegs wurde ein Bereich für die Arbeiten an neuen Gleisanlagen freigemacht. „Weil parallel dazu die Züge auf den noch bestehenden Gleisen die bestehenden Bahnsteige anfahren, kann dieser Bereich nur über den verbleibenden Teil des alten Personenstegs überquert werden“, erklärt Seif und fügt hinzu: „Die jetzige Übergangslösung ist ein Kompromiss zwischen einem Bauablauf, der es ermöglicht, den Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten, und einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.“

Aicher kritisiert zudem, dass die Bevölkerung über die Arbeiten nicht Bescheid gewusst habe. Auf NÖN-Anfrage betont Seif, dass die Bevölkerung über die Kanäle der Gemeinde informiert worden sei. In erster Linie darüber, „dass sich der Fußweg ändert, weil der neue Übergangssteg in Betrieb genommen wurde. Natürlich wurde in diesem Rahmen auch über den Abriss informiert.“

Das bestätigt auch Bürgermeister Stefan Steinbichler. „Wir informieren die Bevölkerung laufend über die Homepage und Gem2Go über etwaige Arbeiten. Über den Abriss selbst haben wir außerdem zusätzlich noch einen Tag davor Details veröffentlicht.“

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