Auseinandersetzung mit Polizei endete vor Gericht. Region Purkersdorf: Nach Einnahme von Antidepressiva und Alkohol legte 35-Jährige aggressives Verhalten an den Tag. Jetzt steht sie wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Gericht.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 25. Februar 2021 (03:50)
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Dass die Einnahme von Medikamenten gemeinsam mit Alkohol in einer Auseinandersetzung mit der Polizei enden kann, zeigte kürzlich eine Verhandlung am Landesgericht St. Pölten. Weil sich eine 35-Jährige gegen die Festnahme durch Beamte wehrte, muss sie sich jetzt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verantworten.

„Hätte ich keinen Alkohol getrunken, wäre das alles nicht passiert“, beteuert die Angeklagte, die sich schuldig bekennt und fügt hinzu: „Mir ist in dem Moment alles zu viel geworden.“

Der Vorfall ereignete sich im Dezember des Vorjahres bei einer Tankstelle. „Wir wurden als zweite Streife dazugerufen“, erzählt ein am Vorfall beteiligter Polizist dem Richter. Bereits beim Eintreffen sei ihm das aggressive Verhalten der Frau aufgefallen – sie habe geschrien und geschimpft. „Ich bin in die Amtshandlung eingestiegen und habe die Frau zunächst aufgefordert, ihre Maske aufzusetzen (die Frau befand sich zu dem Zeitpunkt gemeinsam mit den Polizisten in den Räumlichkeiten der Tankstelle, Anm.)“, schildert der Zeuge weiter.

Dieser Aufforderung sei sie allerdings nicht nachgekommen und hätte schließlich die Innenräume verlassen. Auch draußen habe die 35-Jährige permanent gegen die Polizisten geschimpft. Weil sie ihr aggressives Verhalten nicht einstellte, haben die Beamten schließlich die Festnahme ausgesprochen. „Ich habe sie am Arm genommen, um ihr zu signalisieren, dass jetzt Schluss ist. Sie hat sich weggerissen, daraufhin habe ich sie neuerlich am Arm gepackt, dieses Mal aber etwas fester“, schildert der Beamte die Situation. Die Angeklagte habe mit Abwehrbewegungen versucht, sich aus dem Griff zu befreien. Den Beamten gelang es schließlich, die Frau in den Polizeiwagen zu befördern.

"Es ist mir jetzt peinlich"

Auf die Frage nach dem Alkoholisierungsgrad der Dame antwortet der Zeuge: „Ich hatte den Eindruck, dass neben Alkohol auch Medikamente im Spiel waren.“

Das bestätigte die Angeklagte. Sie nehme täglich Antidepressiva, an diesem Tag griff sie aber auch zu Hochprozentigem. „Ich habe ein Alkoholproblem und mache derzeit auch eine Verhaltenstherapie“, schildert die Frau. Außerdem war sie bereits zweimal wegen ihres Alkoholproblems in Behandlung.

„Wie sehen Sie den Vorfall im Nachhinein?“, fragt der Richter. „Es ist mir peinlich“, entgegnet die Angeklagte.

Die 35-Jährige wird wegen des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bedingt und einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Außerdem erteilt ihr der Richter die Weisung, keinen Alkohol zu konsumieren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.