Altstoff-Abgabe in Pressbaum soll ohne E-Card gehen. WIR! will, dass Bürger mit eigener Karte das Wertstoffzentrum betreten können. Stadtchef: „Entscheidung liegt bei Gemeindeverband.“

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 16. Oktober 2020 (03:47)
Beim neuen Wertstoffzentrum in Frauenwarth können Bürger zum Beispiel ihren Grünschnitt abladen.
Büchler

Seit zwei Wochen ist das neue Wertstoffzentrum in Frauenwarth, Pressbaum in Betrieb. Jeder Bürger, der Abfall bringen möchte, kann das Wertstoffzentrum selbstständig betreten, wenn er vorab auf der Gemeinde seine E-Card freischalten hat lassen und eine Benutzungsvereinbarung unterschrieben hat.

Aber genau hier ortet WIR!-Stadtrat Wolfgang Kalchhauser ein Problem: „Die sogenannte E-Card wurde ausschließlich für den Austausch medizinischer Daten konzipiert. Für die Verwendung von Spielautomaten, Einkaufs- oder Abfallsammelzentren war sie ursprünglich nicht gedacht.“ Kalchhauser sieht mit der Verwendung der E-Card als Zutrittskarte eine Gefährdung des Datenschutzes. Deshalb wird die Bürgerliste in der kommenden Gemeinderatssitzung den Antrag stellen, das Zutrittssystem für das örtliche Altstoffsammelzentrum dem System „Skarabäus“ anzupassen, das in Neulengbach verwendet wird. Bei diesem können sich die Bürger online registrieren und mit einer einmaligen Bearbeitungsgebühr von 10 Euro eine Zutrittskarte bestellen. Pro Haushalt sind maximal zwei Registrierungen möglich. Der Einlass erfolgt aber auch nach der Anmeldung bei der „Skarabäus“-App.

ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner erklärt, dass die Entscheidung, welches System genutzt wird, schlussendlich beim Gemeindeverband für Abfallbeseitigung liege. Die Gemeinde könne lediglich einen Antrag stellen. „Über den stimmt der Gemeindeverband dann ab“, sagt der Stadtchef. Die Umstellung auf „Skarabäus“ könne man im Gemeinderat diskutieren. Erste Überlegungen den Zutritt zum Wertstoffzentrum für Pressbaumer mit einer eigenen Karte umzusetzen, habe es in der Gemeinde gegeben, so Schmidl-Haberleitner. Bis zur Inbetriebnahme des Zentrums sei aber die Zeit für eine Umsetzung zu knapp gewesen. Die Geräte zur Freischaltung der E-Card seien erst kurz vor der Eröffnung gekommen und der Andrang der Bürger war groß, sagt der Stadtchef.