Baum in Purkersdorf regt weiter auf. Stadtrat will Baum in der Friedrich-Schmidl-Straße erhalten. Stadtchef besteht aber auf die Rodung. Es gebe dazu ein Gutachten.

Von Melanie Baumgartner und Kristina Veraszto. Erstellt am 21. Januar 2021 (03:12)
Stadtrat Josef Baum kämpft für den Erhalt des Nadelbaumes.
privat

Stadtrat Josef Baum (Liste Baum und Grüne) wandte sich am Wochenende mit einem Schreiben an SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler. Sein Anliegen: Der alleinstehende Nadelbaum in der Friedrich-Schmidl-Straße am Fuße des Bahndammes soll nicht gefällt werden. „Ich möchte an dich appellieren, das Fällen aufzuschieben und eine Besprechung zur Klarstellung der Fakten ins Auge zu fassen“, schrieb Baum an den Stadtchef.

, fanden kurz vor Weihnachten im Bereich des Bahndammes Rodungsarbeiten im Auftrag der ÖBB statt, damit in weiterer Folge der Damm stabilisiert werden kann. Dabei verhinderte der Stadtrat die Rodung eines Nadelbaumes, der für die Stabilisierung nicht weichen hätte müssen. Seither pocht Steinbichler aufgrund von „Gefahr im Verzug“ auf die Fällung des Baumes. Einen entsprechenden Auftrag erteilte er bereits vor Weihnachten.

Der Baum steht zu Redaktionsschluss nach wie vor, und der Stadtrat hofft nun, dass „evidenzbasiert“ vorgegangen wird. Der Nadelbaum sei gesund und könne auch Stürmen standhalten. Er stehe geschützt von Bergen und dem Damm „quasi in einer Mulde“, so Baum. Und noch viel wichtiger ist für den Stadtrat: „Es gibt kein Gutachten für die Notwendigkeit der Fällung, und das aus gutem Grund, weil das müsste ja eine Risikoabwägung für den Baum in Anbetracht der geschützten Lage beinhalten. Alles andere wäre nicht professionell.“

Nachpflanzungen werden angedacht

Das dementiert Steinbichler. „Es gibt ein schriftliches Gutachten, das empfiehlt, den Baum aufgrund des Standorts umzuschneiden.“ Die Gefahr, dass der Baum im Zuge eines starken Sturms umstürze und auf einen Passanten falle, ist dem Stadtchef zu groß. „Menschenleben sind mehr Wert als der Baum.“ Er werde sich aber dafür einsetzen, dass Nachpflanzungen vorgenommen werden. „Ich werde diesbezüglich mit den ÖBB in Gespräche treten“, versichert Steinbichler.