Vor Gericht: Tränen nach Tritten gegen Mauerbacher Lebensgefährtin

Reue zeigt jener Wiener, der seine Lebensgefährtin mehrmals verletzt und die Katze gequält hatte. Therapie wird angeordnet.

Erstellt am 25. November 2021 | 04:48
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Weil ein Wiener seine Freundin geschlagen und die Katze gequält hatte, wurde er am Landesgericht St. Pölten verurteilt.
Foto: Erna Kazic

„Es tut mir so unendlich leid, zu der Zeit ist viel zusammengekommen.“ Mit schluchzender Stimme und im Kampf um die Tränen sitzt ein Wiener (41) wegen der Vergehen der fortgesetzten Gewaltausübung und der Tierquälerei auf der Anklagebank des Landesgerichtes St. Pölten. Er soll im Laufe des Jahres seine Lebensgefährtin in Mauerbach mehrmals mit Ohrfeigen, Stößen und Fußtritten verletzt sowie gefährlich bedroht haben.

„Ich werde dir alles nehmen, so wie du mir alles genommen hast“ oder „ich werde dich finden“, soll der Angeklagte von sich gegeben haben. Auch die Katze der Mauerbacherin soll er gepackt, geschüttelt und weggeschleudert haben, berichtet der Staatsanwalt aus der Anklageschrift.

„Ich will, dass er eine Therapie macht“

„Ja, es ist passiert und ich weiß, dass ich eine große Grenze überschritten habe“, zeigt er sich vor der Richterin kleinlaut und zeigt Reue. Das Opfer, das mit dem Wiener trotz allem wieder eine Beziehung führt, verweigert ihre Aussage. Das Einzige, was sie sagt: „Ich will, dass er eine Therapie macht.“

Und der Wiener zeigt sich damit auf alle Fälle einverstanden. Bereits vor der Verhandlung habe er sich Hilfe gesucht und werde diese auch weiter in Anspruch nehmen, verspricht der Angeklagte.

Die Richterin verurteilt den Wiener zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe mit einer Bewährungszeit von drei Jahren – allerdings mit der Weisung, dass er ein Antigewalttraining besucht und eine Psychotherapie macht. Mildernd wertete sie die Unbescholtenheit sowie das reumütige Geständnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.