Bagger rollen trotz Bausperre an. Rege Bauarbeiten finden derzeit in Purkersdorf statt. Stadtchef Steinbichler: „Genehmigungen erfolgten vor Bausperre.“

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:33)
Der öffentliche Weg wird gesperrt, wenn die Sicherheit nicht mehr gegeben ist.
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 Große Aufregung herrscht derzeit wegen Bauarbeiten in Purkersdorf, unter anderem in der Wiener Straße 55. Dort entstehen nämlich der neue Standort von Rechberger Immobilien, der Firma von Claus Rechberger, sowie zwei Mehrfamilienhäuser.

Die Baustelle am Sagberg musste bereits zweimal kurzfristig gestoppt werden, weil weder Hang- noch Baugrubensicherung vorhanden war.
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„Seit einiger Zeit steht hier bereits ein Kran, seit Tagen wird Material angeliefert und die Baustelle ist bereits mit meterhohen Werbeplaketen verplankt“, zeigt sich Bina Aicher von Pro Purkersdorf empört. Seit Mitte Februar seien hier auch Arbeiten im Gange. „Eine Künette – zu breit, um darüber zu springen – wurde über den öffentlichen Weg zur Bahn gegraben, weiters über die Böschung zur Wien, um dorthin das Regenwasser einmal einzuleiten“, informiert Aicher und fügt hinzu: „Und das alles trotz Bausperre. Entweder wir haben eine Bausperre, oder nicht.“

„Seit einiger Zeit steht hier bereits ein Kran, seit Tagen wird Material angeliefert und die Baustelle ist bereits mit meterhohen Werbeplaketen verplankt“

Auf NÖN-Anfrage erklärte SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler, dass bereits eine Baugenehmigung vorliege und hier trotz Bausperre gebaut werden dürfe. „Eingereicht wurde das Projekt vor etwa zwei Jahren. Damals hatten wir noch keine Bausperre in Purkersdorf.“

Laut NÖ Bauordnung muss das Bauvorhaben ab „der Erlassung des letztinstanzlichen Bescheides der Behörde“ innerhalb von zwei Jahren begonnen werden sowie „binnen fünf Jahren ab ihrem Beginn fertiggestellt werden“.

„Vorzeigebaustelle ohne Probleme“

Der Stadtchef betont zudem, dass alles, was vor der Bausperre eingereicht wurde, gebaut werden darf. Einreichungen innerhalb der Bausperre werden nicht genehmigt, „um den Flächenwidmungsplan ändern zu können“, erklärt Steinbichler. Er beruft sich dabei auf das NÖ Bauordnungsgesetz, das besagt: „Bauverfahren, die im Zeitpunkt der Kundmachung der Bausperre bereits anhängig waren, werden hiedurch nicht berührt.“ Weiters betont er: „Die Baustelle von Rechberger Immobilien ist eine Vorzeigebaustelle, die keine Probleme bereitet.“

Hingegen am Sagberg gibt es immer wieder massive Probleme mit Baustellen, weil etwa die Hangsicherung fehle. „Hier mussten wir bereits temporäre Baustopps verhängen“, sagt Steinbichler und erklärt: „Bei einem Baustopp wird die Baustelle eingestellt. Es darf dann solange nicht gebaut werden, bis ein Plan vorliegt, wie die Probleme behoben werden können.“