Feuerwehrauto im Einsatz für Plakate. Bei einem Austausch von Wahlplakaten der ÖVP wurde ein Auto der Feuerwehr Wolfsgraben gesichtet.

Von Markus Huebmer und Birgit Kindler. Erstellt am 15. Januar 2020 (02:08)
„Einsatz“ für die Feuerwehr Wolfsgraben bei den Wahlplakaten der ÖVP.
privat

„Die ÖVP lässt ihre Wahlplakate von der Feuerwehr aufstellen“, ist Josef Pranke von der Bürgerliste Aktives Wolfsgraben entsetzt und verärgert. Sowohl auf der Hauptstraße als auch auf der Heimbautal straße sei das Feuerwehr-Fahrzeug bei den Großformat-Plakaten im Einsatz gewesen. Es sei schade, dass der ÖVP die politische Neutralität der Feuerwehr nicht wichtig sei und die Feuerwehr für parteipolitische Zwecke missbraucht werde.

Wolfgrabens Feuerwehrkommandant Christian Lautner, der übrigens auf Platz sechs der ÖVP-Liste kandidiert, ist verärgert über die Vorgehensweise: „Warum macht man hinterrücks ein Foto, anstatt mit den handelnden Personen zu sprechen“, sagt Lautner, für den die Aktion nichts als ein Vorwahl-Geplänkel ist. „Ich finde das den Freiwilligen gegenüber nicht fair“, so Lautner. Auch Christian Rothbauer, der beim „Einsatz“ dabei war, betont, dass keine böse Absicht dahinter gewesen sei. „Im Hintergrund zu schießen ist die einfachere Variante“, sagt Rothbauer. ÖVP-Obmann Christian Trojer weist darauf hin, dass das Aufhängen der Plakate aus Synergie-Gründen zeitgleich mit dem Abhängen der Feuerwehr-Plakate vorgenommen wurde.

Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder betont, dass diese Woche eine Kommandaten-Fortbildung in St.Pölten stattfindet. „Bei dieser Gelegenheit werde ich nochmals darauf hinweisen, dass Parteipolitik in der Feuerwehr nichts verloren hat beziehungsweise Unterstützung von Parteien im Wahlkampf, in welcher Form auch immer, zu unterlassen ist.“

Auch NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger will die Mitglieder auf diesen Aspekt hinweisen. „Ich darf festhalten, dass die Funktionäre des Landesfeuerwehrverbandes immer wieder mit Nachdruck darauf hinweisen, dass sich die Feuerwehren und deren Mitglieder nicht vor den parteipolitischen Karren spannen lassen dürfen.“

Vor allem Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner würde predigen, dass die Feuerwehrmitglieder parteipolitisch niemandem verpflichtet seien.