Region Purkersdorf: Gemeinden investieren trotz Krise. Auch mit Corona-Einschränkungen stehen in allen Gemeinden größere Projekte an. Die NÖN gibt einen Überblick.

Von Markus Huebmer, Melanie Baumgartner und Kristina Veraszto. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:00)
Bis Ende des Jahres soll der Rohbau des Wienerwaldgymnasiums in Tullnerbach fertig sein.
Karina Bruckner

Das Jahr 2021 beginnt, wie 2020 aufgehört hat: aufgrund der Corona-Pandemie relativ ruhig und ohne Veranstaltungen. Da der Lockdown bis voraussichtlich 24. Jänner andauern wird, mussten alle Bälle und dergleichen, die in dem Zeitraum stattgefunden hätten, abgesagt werden. Dennoch stehen heuer einige Vorhaben und Projekte in der Region Purkersdorf an. Die NÖN hat diese in einem Überblick zusammengefasst.

Das vorherrschende Thema wird in allen sechs Gemeinden der Region Purkersdorf im Jahr 2021 Corona sein. Demnächst starten die nächsten Massentests , auch mit den Impfungen wird bald begonnen: In Purkersdorf etwa Ende Jänner in den beiden Pflegeheimen SeneCura Sozialzentrum und Seniorenzentrum Hoffmannpark.

Abseits davon stehen auch einige Projekte bevor. In Purkersdorf sind aufgrund des Budgetlochs von 1,6 Millionen Euro lediglich unaufschiebbare und dringend notwendige Vorhaben umsetzbar. Eigentlich schon für 2020 geplant war die Sanierung der Ziegelfeldgasse . „Die Straße müssen wir heuer unbedingt sanieren“, heißt es dazu von SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler. Ein großes Projekt, dessen Umsetzung bereits läuft, ist die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED . 650.000 Euro wurden bereits investiert, 1,2 Millionen Euro sollen laut Steinbichler noch investiert werden. Geplant sei, im Mai mit der Umstellung aller Straßenzüge fertig zu sein. Die Politik auch weiterhin beschäftigen wird die Ausarbeitung einer neuen Raumordnung für Purkersdorf. Darin fällt etwa die Planung des Bahnhofsareals Unterpurkersdorf .

„Die Straße müssen wir heuer unbedingt sanieren“

Im Zuge der Raumordnungsplanung soll ein Bürgerbeteiligungsprozess stattfinden. Bereits im September sowie November hätten laut Steinbichler bereits Veranstaltungen stattfinden sollen, diese seien aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden. Im Laufe der nächsten Monate soll es aber definitiv eine solche Veranstaltung geben, verspricht der Stadtchef.

Ein weiteres großes Projekt, das allerdings von der EVN durchgeführt wird, ist die Sanierung der Wasserleitung , die entlang der B 44 verläuft. Die Arbeiten hierfür haben bereits im abgelaufenen Jahr begonnen. Bis Ende Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, danach haben die Gemeinden Purkersdorf, Gablitz und Mauerbach wieder Zugang zu Wiener Hochquellwasser. Ein wichtiges Projekt wird auch die Neuorganisation der Jugendarbeit in Purkersdorf sein. Es soll ein komplett neues Konzept auf die Beine gestellt werden, das derzeit ausgearbeitet wird. Auch ein neuer Raum wird derzeit evaluiert. Rund 40.000 Euro wurden für das Jahr 2021 für die Jugendarbeit budgetiert. „Inwieweit sich die Summe noch verändert, zeigt sich im Laufe des Jahres, wenn die Ideenfindung abgeschlossen ist“, erklärt Steinbichler. Auch kulturell hofft man in diesem Jahr auf Besserung. Für Sommer sind in Purkersdorf aus derzeitiger Sicht zwei Open-Airs geplant: Falco-Tribute-Konzert am 12. Juni 2021 sowie jenes von Paul Young am 28. August 2021.

„Im kommenden Jahr werden wir trotz finanziellen Einschränkungen weiter in die Zukunftsprojekte investieren“, gibt ÖVP-Bürgermeister Michael Cech aus Gablitz bekannt. Im Zentrum der Arbeit im 1. Quartal stehe die konkrete Planung des neuen Ortszentrums . „Dabei geht es um die Entscheidung, ob wir das Gemeindeamt ins Zentrum übersiedeln und damit verbunden die Entwicklung der Festhalle neben der Schule und dem Schülerhort“, so Cech. Zudem wird die Gemeinde an der Aufrechterhaltung der Infrastruktur arbeiten. Dazu zähle etwa ein neuer Regenwasserkanal im Bereich B 1/Hauersteigstraße. „Damit sollen die steigenden Regenwassermengen besser abgeleitet werden“, erklärt der Ortschef und ergänzt: „200.000 Euro investieren wir in Sanierungsmaßnahmen der Gemeindestraßen.“

Kindergarten soll erweitert werden

In Angriff nehmen wird die Gemeinde 2021 auch die Planung der Kindergartenerweiterung in der Kirchengasse sowie den Tausch der Solaranlage im Schwimmbad durch eine moderne Photovoltaikanlage. Und die Straßenlampen werden weiter durch LED-Lampen ersetzt. „Mit diesen Projekten setzen wir unseren erfolgreichen Weg fort, in Gegenwart und Zukunft unserer Gemeinde zu investieren“, freut sich Cech.

In Mauerbach konzentriert man sich im Jahr 2021 auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED . Die Finanzierung sei hier laut Voranschlag gesichert, teilt ÖVP-Bürgermeister Peter Buchner mit. Hinsichtlich weiterer Projekte hängt alles davon ab, wie sich die Lage rund um die Corona-Pandemie entwickelt. Geplant sei aber, den Mauerbacher Kulturfrühling sowie den Mauerbacher Kulturherbst traditionell durchzuführen. Inwieweit das aber möglich ist, kann Buchner derzeit noch nicht sagen. „Je nachdem, ob es die Maßnahmen zulassen, können wir dann relativ kurzfristig und rasch reagieren“, erklärt der Ortschef.

In Tullnerbach will man im Frühjahr den erweiterten Kindergarten neben dem Gemeindeamt eröffnen und auch die dort befindlichen zehn Gemeindewohnungen vergeben. Ansonsten will die Gemeinde sich auch auf Straßenreparaturen konzentrieren, so Bürgermeister Johann Novomestsky (Liste Novomestsky). Ein großes Thema wird dieses Jahr zudem der Neubau des Wienerwaldgymnasiums sein. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau stehen, im nächsten Jahr soll die Inneneinrichtung folgen.

Die Errichtung eines neuen Radwegs will die Stadtgemeinde Pressbaum umsetzen. Das erste Teilstück ist zwischen dem Rekawinkler Bahnhof und dem Gasthaus Mayer geplant. Am Hansen-Areal soll die fußläufige Verbindung zwischen der Hansenvilla und der Mittelschule forciert werden. Auf der Agenda steht weiterhin der Baustart für das neue Feuerwehrhaus auf dem ehemaligen Asfinag-Gelände im Zuge eines H.E.L.P.-Zentrums.

„Wenn nicht so viele Feuerwehren da gewesen wären, wäre das Netz teilweise zusammengebrochen“,

In Wolfsgraben soll 2021 die Wasserversorgung in Angriff genommen werden. Die Erweiterung sei notwendig, weil in der Forsthausstraße im oberen Bereich und bei der Dreibergestraße auf den kleinen Semmering hinauf Druckprobleme entstanden sind. Die Notwendigkeit des Projekts habe sich kürzlich wieder beim großen Brand gezeigt. „Wenn nicht so viele Feuerwehren da gewesen wären, wäre das Netz teilweise zusammengebrochen“, sagt ÖVP-Bürgermeisterin Claudia Bock.

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