Purkersdorf legt sich bei ÖBB-Umbauplänen quer. Keine Unterschrift bei Vereinbarung. Kommission wird gebildet.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:28)
Gruber-Dorninger
Der Steg soll abgerissen und 50 Meter in Richtung Purkersdorf Sanatorium verlegt werden.

Der Bahnhof Unterpurkersdorf soll umgebaut werden, besser gesagt das gesamte Areal. Bürgermeister Stefan Steinbichler legte in der Gemeinderatssitzung auch die Pläne der ÖBB dar.

„Wir müssen das zur Kenntnis nehmen, ob wir das wollen oder nicht“, sagte er. Josef Baum (Liste Baum und Grüne) sah das anders und regte eine Diskussion an, eine Vereinbarung mit den ÖBB nicht zu unterzeichnen. Das fand eine Mehrheit, mit einer einzigen Enthaltung durch Walter Jaksch (SPÖ).

„Wir müssen das zur Kenntnis nehmen, ob wir das wollen oder nicht“

Die Pläne sehen einen Abriss des alten Fußgänger-Steges vor, der die Bahnhofsstraße mit der Wintergasse verbindet. Dafür soll etwa 50 Meter weiter in Richtung von Purkersdorf-Sanatorium eine Bahninsel entstehen, ebenfalls per Steg zugänglich und mit Lift. „Jeder Meter, den ein Fußgänger weiter zurückgehen muss, hindert ihn daran, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen“, argumentiert Josef Baum.

NOEN
Dem Bahnhofsgebäude in Unterpurkersdorf stehen womöglich auch spannende Zeiten bevor.

Außerdem sehe er auch nicht ein, warum die Stadtgemeinde bei der Erstellung der Pläne so wenig Mitspracherecht habe. „Wir müssen verhindern, dass Planungsfehler aus den letzten Jahrzehnten wiederholt werden“, so Baum weiter. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen der Stadtgemeinde und den ÖBB würde der Gemeinde den letzten Trumpf aus der Hand nehmen.

„Wir müssen verhindern, dass Planungsfehler aus den letzten Jahrzehnten wiederholt werden.“Josef Baum (Liste Baum und Grüne)

Vizebürgermeister und Baustadtrat Viktor Weinzinger gab Baum in vielen Punkten seiner Argumentation recht. „Es ist aber auch so, dass, wenn wir das nicht unterzeichnen, wir Mitarbeiter vom Bauhof dafür bezahlen müssen, dass sie das Bahnhofsgebäude betreuen und auch instand halten“, sagt Weinzinger.

Nach längerer Debatte ließ sich der Vizebürgermeister aber zu einem zusätzlichen Antrag erweichen. Darin wird gefordert, dass sich die Stadtgemeinde noch einmal mit den ÖBB an den Verhandlungstisch setzt.

„Ich freue mich, dass wir im Gemeinderat während der Sitzung zu einem Beschluss gekommen sind. Damit werden wir noch einmal versuchen, die ÖBB zum Einlenken in unsere Richtung zu bewegen. Ich habe aber derzeit die Befürchtung, dass es sehr harte Verhandlungen werden“, sagt Bürgermeister Stefan Steinbichler. Er sieht die Stadtgemeinde aber gewappnet, „denn es soll ein gemeinschaftliches Unterfangen werden“.

„Bei der Widmung im Bahnhofsareal ist noch gar nichts fix."

Steinbichler sieht das Bahnhofsareal auch als so etwas wie das erste Betätigungsfeld einer Kommission. Diese soll im Zuge der Bausperre gegründet werden, um den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan zu überarbeiten.

„Bei der Widmung im Bahnhofsareal ist noch gar nichts fix. Da beginnen die Verhandlungen frühestens im Frühjahr, und zwar dann, wenn diese Kommission bereits genügend Zeit hatte, sich dem Thema zu widmen“, so Steinbichler. Danach könne man die Gespräche mit den ÖBB beginnen.