Beliebtes Bangkok-Lokal bleibt in Tullnerbach bestehen. Die Weichen für die Neugestaltung des Tullnerbacher Bahnhofs sind gestellt.

Von Monika Närr. Erstellt am 16. Mai 2020 (03:44)
Der nordseitige Bahnhofsteil Blickrichtung Wien, mit Meo`s Bangkok Station und der geplanten Radwegstrecke von der Lawieser Straße zum Restaurant.
Michaela Dibl

„Ich bin froh und dankbar, dass die Gemeinde mich so unterstützt und ich meinen großen Kundenstock weiter bekochen kann“, betont die beliebte Thailänderin Jantima Maurer alias Meo. Ihr kleines Restaurant Bangkok Station am Bahnhofsareal direkt neben den nordseitigen Gleisen erfreut sich im Tullnerbacher Ortsleben enormer Beliebtheit. Kunden kommen zum Essen, auch gerne in den netten Sommergarten, vielfach auch zum Takeaway. Oftmals nehmen sie ihre telefonisch vorbestellten Speisen beim Heimkommen nach der Arbeit mit, gewiefte Feinschmecker lassen sich am Heimweg von Wien weiter Richtung St. Pölten das Essen auch direkt von Meo in den Zug reichen. Mancher Stammkunde bangte in der Gerüchteküche rund um den groß angelegten Bahnhofsumbau um sein thailändisches Lokal und den Takeaway-Hot Spot feinster asiatischer Küche, welcher nun durch intensiven Einsatz der Gemeinde in den Verhandlungen mit der ÖBB erhalten bleibt.

Kürzlich gab es eine Besprechung zur künftigen Bahnhofssituation ab 2023, an der mehrere Gemeindevertreter und verschiedene Fachabteilungen der ÖBB teilnahmen. Hier zeigte sich auch, dass die fachliche Reputation innerhalb der Gemeinde gegeben ist. Neben Bürgermeister Johann Novomestsky und der Leiterin des Bauausschusses, Sylvia Arnberger, waren auch der grüne Gemeinderat und Architekt Matthias Ecker sowie der rote Fraktionsführer Thomas Waismaier, selbst Angestellter der Bundesbahnen, und Michaela Dibl als Mitglied des Bauausschusses dabei. Seitens der ÖBB waren zu dem Meeting ein Architekt, Landschafts- und Verkehrsplaner sowie Vertreter des Immobilien- und Gleisbaubereichs gekommen.

Keine Mitsprache beim Gleisbau

„Wo die Gemeinde mitreden kann, tat sie dies und wurde ernst genommen“, zeigt sich Bürgermeister Novomestsky zufrieden mit den getroffenen Vereinbarungen. „Wir waren alle um eine bestmögliche Lösung bemüht. Die ÖBB waren sehr offen für Vorschläge und Wünsche der Gemeinde rund um den neuen Bahnsteig“, so der Ortschef. Generell kein Mitspracherecht haben Gemeinden bei den Themen Gleisbau, Bahnsteige und Übergänge. Das muss sowohl die Gemeindeleitung als auch der Bürger akzeptieren. Die vorgesehene Errichtung eines neuen Mittelbahnsteigs für beide Fahrtrichtungen und eines dafür notwendigen dritten Aufzugs beim Fußgängerübergang liegt also in der alleinigen Entscheidungshoheit der ÖBB. Auch Vizebürgermeister Helmut Elsinger freut sich, „dass wir den Umbau in eine Richtung lenken konnten, die für Pendler und Bürger eine echte Verbesserung darstellt“.

Begegnungszone mit Food Truck

So wird das alte Bahnhofsgebäude auf der Ortsseite abgerissen und in diesem Bereich eine Begegnungszone errichtet, die vor allem der Sicherheit der Schulkinder dient. Es wird eine Bushaltestelle für drei Busse gebaut, diese werden künftig auch nicht mehr wenden, sondern mit einer eigenen Bus-Einbahnregelung über die Lawieserstraße hinauf und die Weidlingbachstraße zurück zur B 44 geführt. Kinder müssen daher nicht mehr über die Straße gehen, sondern können direkt in der Begegnungszone ein- und aussteigen. Kiss & Ride-Parkplätze für die Zubringung und Abholung werden ebenso errichtet wie markierte Behindertenparkplätze und Mutter-Kind-Parkplätze sowie Fahrradabstellplätze. Der kleine Vorplatz soll begrünt und rechts vom Bahnübergang ein kleiner Food Truck aufgestellt werden, der Bäckereiwaren, Snacks, kleine Imbisse und Getränke verkauft.

Auf der Lawieser Seite des Bahnhofs wird ein kombinierter Geh- und Radweg geschaffen, der bei der Lawieser Straße beginnt und rund 350 Meter bis hinter Meo’s Bangkok Station geführt wird. „Alle diese Vorabwünsche der Gemeinde wurden von den ÖBB berücksichtigt und in die Planung aufgenommen. Die Detailplanung wird von Architekten der ÖBB durchgeführt“, so Gemeinderätin Michaela Dibl. „2023 sollte der Bahnhofsumbau dann fertig sein“, bekräftigt Bürgermeister Johann Novomestsky. „Eigentlich wäre für 5. Mai ein Infoabend für alle Bürger in der Gemeinde geplant gewesen“, so der Ortschef abschließend. Dieser soll nun nachgeholt werden, sobald größere Versammlungen wieder stattfinden dürfen.