WIR!-Stadtrat gegen Bundesforste: Ärger um Rodungen in Pressbaum

Erstellt am 19. Juni 2022 | 05:45
Lesezeit: 3 Min
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Im Wienerwald waren vergangene Woche große Harvester unterwegs, die bei WIR!-Stadtrat Kalchhauser für Ärger sorgten.
Foto: privat
Arbeiten entlang Mariazellerweg sorgen bei WIR!-Stadtrat Wolfgang Kalchhauser für Aufregung. Bundesforste geben aber Entwarnung.
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Aufregung herrschte kürzlich bei WIR!-Stadtrat Wolfgang Kalchhauser. Der Grund: Rodungsarbeiten im Wienerwald.

„Umfangreiche Holzschlägerungen zerstörten weite Streckenabschnitte des allseits beliebten Mariazellerweges in der Stadtgemeinde Pressbaum – und das in Zeiten brütender Vögel und völlig durchnässter Bodenbeschaffenheit, trotz FFH- und Vogelschutzrichtlinien (Natura 2000) inmitten des Landschaftsschutzgebietes der Umweltgemeinde“, kritisiert der Stadtrat.

„Bei dieser Waldpflegemaßnahme werden Stämme entnommen. Die Wälder bleiben auf längere Sicht gesund und vital und können zum Beispiel Stürmen besser standhalten.“ Bundesforste-Pressesprecherin Andrea Kaltenegger

Erfolgt seien die Arbeiten laut Kalchhauser entlang des alten Pilgerweges zwischen den Ortsteilen Haitzwinkel und Am Hagen. „Unter der Bezeichnung ‚Waldverjüngung‘ wurden mittels tonnenschwerem Harvester (Holzernte-Bagger) mit automatisch gesteuerten Kettensägen die Baumriesen gefällt und zerstörten große Strecken des alten Pilgerweges“, setzt er seine Kritik fort.

Auf Anfrage heißt es von den Österreichischen Bundesforsten, dass es sich bei den Arbeiten um eine notwendige Durchforstung handelt.

„Bei dieser Waldpflegemaßnahme werden Stämme entnommen, damit die verbleibenden Bäume und vor allem die natürliche Verjüngung wieder mehr Licht zum Wachsen bekommen. So bleiben die Wälder auf längere Sicht gesund und vital und können zum Beispiel Stürmen besser standhalten“, erklärt Pressesprecherin Andrea Kaltenegger. Im Zuge dessen wurden Harvester eingesetzt, die allerdings nur auf vorgegebenen Wegen unterwegs sein dürfen.

Grundsätzlich sollten diese Arbeiten bei gefrorenem oder trockenem Boden durchgeführt werden. Das ist heutzutage aber gar nicht mehr so einfach, wie Kaltenegger schildert. „Eine Folge der Klimakrise ist es aber auch, dass kalte Winter im Wienerwald leider nur mehr die Ausnahme sind und häufiger Starkregenereignisse auftreten. Das verzögert die Holzerntearbeiten, die dann bis in das Frühjahr hinein andauern können.“

Auf Vögelpopulation Rücksicht genommen

Trotz allem wurde Rücksicht auf die dort lebenden Vögel genommen. „Zahlreiche Vogelbäume wurden eigens markiert. Sie verbleiben im Wald, bei den Holzerntearbeiten in diesen Bereichen wurde besonders vorsichtig vorgegangen“, sagt die Pressesprecherin.

Nachdem die Holzernte abgeschlossen ist, werden die Wege saniert und die Fahrspuren beseitigt.

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