Aufregung um Fällung in Purkersdorf. Weil Baum in der Schwarzhubergasse Sicht auf Passanten beeinträchtigt, wird er nun umgeschnitten.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 31. März 2021 (04:15)
Der Baum in der Schwarzhubergasse soll gefällt werden. Dies hat der Gemeinderat vergangene Woche mehrheitlich beschlossen. Die Gemeinde erhält dafür eine Entschädigungszahlung in der Höhe von über 4.700 Euro.
Sonja Wunderli, Sonja Wunderli

Große Aufregung herrschte vergangene Woche im Purkersdorfer Gemeinderat. Der Grund: Der Baum in der Schwarzhubergasse soll gefällt werden. Die Sicht auf Fußgänger aus der künftigen Garagen-Ausfahrt eines Wohnbaus in der Kaiser Josef-Straße Ecke Schwarzhubergasse soll durch den Baum beeinträchtigt werden. Die Stadtgemeinde Purkersdorf soll dafür eine Ersatzzahlung in der Höhe von über 4.700 Euro erhalten. Vergangene Woche ist der diesbezügliche Antrag im Gemeinderat zum Beschluss gestanden.

„Der Baum wäre lediglich ein Hindernis, wenn er breiter wäre. Er stellt keine große Sichtbehinderung dar“, ist sich Stadtrat Josef Baum (Liste Baum und Grüne) sicher. Ein Gutachten eines Sachverständigen im Bauwesen besagt allerdings etwas anderes. In dem Schreiben heißt es, dass der Gehsteig in dem Bereich von Passanten, vor allem von vielen Kindern, stark frequentiert ist. „Der Baum stellt für die zukünftigen Garagenbenützer eine visuelle Sichtbeeinträchtigung dar, weil durch den Baum die Gehsteigbenützer verdeckt werden beziehungsweise schwer zu erkennen sind“, so das Gutachten.

Außerdem würde laut dem Schreiben eine Baumfällung nicht nur eine bessere Aussicht, sondern auch eine sichere Benützung des Verkehrsbereichs für Passanten, Kinder und Autofahrer gewährleisten.

„Zynisch, mit Sicherheit zu argumentieren“

„Ich finde es zynisch, mit der Sicherheit der Kinder zu argumentieren, weil dort eine Zufahrt entsteht. Der Weg wird damit als Schulweg der Kinder noch gefährlicher gemacht“, wirft Reinhardt Seliger (NEOS) in den Raum. Dem stimmen auch weitere Gemeinderäte zu.

Weiters wird im Gutachten ausgeführt, dass die Wurzeln des Baumes bei einer Nicht-Rodung in Mitleidenschaft gezogen werden und ein Absterben des Baumes sehr wahrscheinlich ist. Laut Baudirektor Nikolaj Hlavka gebe es einen Schutz für den Baum – für die Wurzeln, die sich auf dem Nachbargrundstück befinden, allerdings nicht. Josef Baum wirft in der Gemeinderatssitzung dem nicht anwesenden Gutachter vor, „von dieser Sache nichts zu verstehen“. Er beantragt deshalb mittels Gegenantrag, den ursprünglichen Antrag rund um die Fällung des Baumes in den zuständigen Ausschuss zurückzustellen. Das Gutachten sei laut Baum „von einem unzuständigen Gutachter erstellt worden“. Kurz vor der Abstimmung stellt Baum den Gegenantrag noch einmal, dieses Mal aber ohne Begründung.

Im Laufe der Diskussion wird allerdings klar, dass der Baubeginn für das Objekt noch vor der nächsten Ausschusssitzung erfolgen soll. Ein Zurückstellen in den zuständigen Ausschuss ist damit nahezu unmöglich. Schlussendlich wird abgestimmt.

Beschluss: Der Baum wird gefällt

Die beiden von Josef Baum gestellten Gegenanträge werden mehrheitlich abgelehnt. Der ursprüngliche Antrag, den Baum fällen zu lassen und dafür eine Ersatzzahlung in der Höhe von über 4.700 Euro zu bekommen, wurde mit 15 Stimmen dafür, zwei Enthaltungen sowie neun Gegenstimmen mehrheitlich angenommen.

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