Ärger über Versiegelung am Pressbaumer Hansen-Areal

Erstellt am 15. Juni 2022 | 05:24
Lesezeit: 3 Min
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Der Bauträger war verpflichtet, 96 Parkplätze zu schaffen. Eine Nachbarin und die Gemeinde hätten sich eine andere Lösung statt Asphaltierung gewünscht.
Foto: Böhm
Nachbarin ist erbost über Asphaltierung des Hansen-Grundstücks. Auch die Gemeinde ist „nicht erfreut“.
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Ende Juni ziehen die ersten Mieter in die neuen Wohnbauten hinter der Hansen-Villa. Nachbarin Elisabeth Szerencsics ärgert sich über die Versiegelung des Grundstücks: „Die Heimat Österreich asphaltierte bei diesem Bauvorhaben gnadenlos, großflächig, schwarz und endgültig.“ Aus Sicht der ehemaligen ÖVP-Gemeinderätin ist die Lösung nicht mehr zeitgemäß im Angesicht des Klimawandels.

Sandra Bauernfeind, Geschäftsführerin der Heimat Österreich, begründet die Asphaltierung zum einen mit dem behördlichen Stellplatzschlüssel: Für jede der 48 Wohnungen braucht es zwei Parkplätze, wobei sich mehr als die Hälfte in einer Tiefgarage befinden.

„Da sie in weiten Teilen direkt unter dem oberirdischen Parkplatz liegt, sind uns hinsichtlich des Versickerungsbelages bautechnische Grenzen gesetzt“, argumentiert sie. Zusätzliche mobile Bepflanzungen sind nicht geplant.

2017 noch keine Vorgaben für „klimafitte“ Lösungen

Der Wohnbau steht auf Gründen der PKomm, sie verhandelte den Baurechtsvertrag. „Das Bauprojekt muss so ausgeführt werden, wie es bewilligt wurde“, erklärt Thomas Haubenhofer, seit 2021 Geschäftsführer der PKomm. Andernfalls werde keine Benützungsbewilligung erteilt.

Die Baubewilligung erfolgte 2017. Behördliche Vorgaben, die „klimafitte“ Lösungen für Zufahrten und Parkplätze betreffen, gab es damals laut Bürgermeister Josef Schmid-Haberleitner nicht. Daher habe die Gemeinde keine Auflagen erteilen können. Die rechtlichen Möglichkeiten sollen sich künftig jedoch ändern. „Auch die Stadtgemeinde Pressbaum ist nicht sehr erfreut über den Umfang der Asphaltierung“, schreibt er auf NÖN-Anfrage.

Aber selbst wenn es im gesetzlichen Rahmen war – laut Szerencsics widerspricht die Asphaltierung auch den nachhaltigen Grundsätzen, die die Heimat Österreich in ihrem Verhaltenscodex aufzählt. Hier steht etwa: „Wir orientieren uns stets an den Prinzipien und Standards der Nachhaltigkeit und übernehmen Verantwortung für die Umwelt.“

Laut Bauernfeind steht leistbares Wohnen im Zentrum des Bauprojekts. Umweltauswirkungen würden unter anderem durch eine Solarthermieanlage, eine Bienenwiese und Ladestationen für E-Autos berücksichtigt.

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