Stadtgemeinde bekam bei jahrelangem Rechtsstreit recht. Nach Urteil gibt sich Eigentümerin Susanne Hach noch nicht geschlagen.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 08. August 2018 (04:55)
Trenker
Das neue Wohnhaus überragt das Knusperhäuschen. Alles rechtens, wie nun ein Urteil des Landesverwaltungsgerichtes bestätigt.

Es schaut fast so aus, als würde ein mehrstöckiger Wohnbau in der Stremayrgasse/Linzerstraße ein kleines Knusperhäuschen überwuchern. „Ich werde alles dazu tun, dass der Wohnblock, wie er geplant ist, nicht realisiert werden kann“, sagte Eigentümerin Susanne Hach 2015 gegenüber der NÖN. Der jahrelange Rechtsstreit hat nun aber ein Ende. Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat in allen Instanzen recht bekommen. Das Landesverwaltungsgericht bestätigt jetzt final die Richtigkeit des Baus.

„Dass die äußere Erscheinung des neu errichteten Gebäudes Anlass zu Berichten gibt, ist nachvollziehbar. Allerdings sei an dieser Stelle klarstellend darauf verwiesen, dass jede Baubehörde in Österreich Projekte zu bewilligen hat, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen“, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde Purkersdorf. Der relevante Prüfmaßstab werde vom Gesetz vorgegeben und sei eng umrissen.

Bei den Gebäuden in der Stremayrgasse/Linzerstraße ergab sich bereits aus der Baubewilligung eine Verpflichtung zur Errichtung des neuen Gebäudes in „gekuppelter“ Form. Bei der gekuppelten Bauweise gibt es keinen seitlichen Mindestabstand. Der neue Eigentümer war also dazu verpflichtet, an die gemeinsame Grundgrenze zu bauen. Dadurch entstand das umstrittene Erscheinungsbild.

Hausbesitzerin Hach bemüht Volksanwalt

„Das Häuschen gibt es rechtlich eigentlich gar nicht, weil es keine Benützungsbewilligung gibt, nur ein Bauansuchen aus dem Jahr 1926“, erklärt Bürgermeister Karl Schlögl. Die Familie, die aktuell darin wohnt, habe das Haus in den 80er Jahren gekauft und nie um eine Benutzungsbewilligung angesucht. „Wenn man sich etwas kauft, sollte man schon irgendwann schauen, ob das auch benützt werden kann“, so Karl Schlögl.

Susanne Hach wird sich allerdings noch nicht geschlagen geben: „In ein paar Tagen habe ich einen Termin bei der Volksanwaltschaft. Ich werde nicht aufgeben“, so die streitbare Hausbesitzerin.