Als Queen in Purkersdorf zu Gast waren. 1998 spielte die Kult-Band im Nikodemus anlässlich Rudi Dolezals 40. Geburtstag. Hier möchte er nun sein Buch präsentieren.

Von Martin Gruber-Dorninger und Melanie Baumgartner. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:35)
Genau an dieser Stelle im Nikodemus standen damals Brian May, Roger Taylor und Spike Edney und spielten anlässlich des 40ers von Rudi Dolezal. als dabei. M. Baumgartner
Ernst Jauck

Fast 23 Jahre ist es her, dass die britische Rockband Queen im Purkersdorfer Kult-Lokal Nikodemus einen Auftritt hatte. Brian May & Co spielten für Rudi Dolezal anlässlich seines 40. Geburtstages ein Konzert. Übrigens das einzige Konzert der Rockgiganten in Österreich, das nicht in einem Riesenstadion oder in der Stadthalle stattgefunden hat. Auch Falco hätte für den Jubilar aufspielen sollen. Er entschied sich jedoch, schweren Herzens in der Dominikanischen Republik zu bleiben. Eine Entscheidung mit Folgen, da er am Tag danach in einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Davon handelt auch ein Kapitel in Dolezals bald erscheinendem Buch „Mein Freund Freddie“.

Rudi Dolezal gemeinsam mit Freddie Mercury beim letzten Video-Dreh zu „I’m Going Slightly Mad “ in London. Das Video wurde im März 1991, wenige Monate vor Mercurys Tod, veröffentlicht.
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Genau an dieser Stelle im Nikodemus standen damals Brian May, Roger Taylor und Spike Edney und spielten anlässlich des 40ers von Rudi Dolezal. Bild oben: NÖN-Mitarbeiter Ernst Jauck war damals dabei. M. Baumgartner
M. Baumgartner

5. Februar 1998 – die gesamte Presse Österreichs steht dicht gedrängt vor Niki Neunteufels Nikodemus in Purkersdorf. Niemand darf rein, denn Queen kommen zu Ehren von Purkersdorfs großem Sohn Rudi Dolezal. „Queen hatte in Österreichs nichts zu tun. Sie sind extra aus London angereist“, erzählt Dolezal. Insgesamt führte er bei 32 Queen-Videos Regie und produzierte zahlreiche Dokumentationen über Freddie Mercury und seine weltberühmte Band. Es entstand im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft zwischen Dolezal und den einzelnen Bandmitgliedern. Nach dem Tod Mercurys wurden die Bande sogar noch enger geknüpft.

Deshalb ließen es sich Brian May, Roger Taylor und Spike Edney nicht nehmen, ein paar Lieder auf der Bühne im Nikodemus zum Besten zu geben. Eine Überraschung für Dolezal. „Es war so, dass ich Spike Edney, der eine Partyband hatte, engagiert habe. Dann war klar, dass zumindest Brian oder Roger kommen würden. Aber dass sie sich abgesprochen und sogar davor in London geprobt haben – damit habe ich nicht gerechnet.“

„Wenige Stunden zuvor war ich der glücklichste Mensch der Welt. Etwas später brach diese nach der Todesnachricht Falcos für mich fast zusammen. “ Rudi Dolezal

Falco hätte den Bass spielen sollen, statt ihm übernahm Peter Maffay. Wolfgang Ambros, Peter Cornelius, Rainhard Fendrich und Thomas Spitzer gehörten ebenfalls zu den Gratulanten. „Für einen Musikfan war der Abend ein Wahnsinn“, fasst NÖN-Mitarbeiter Ernst Jauck zusammen. Er war es auch, der mit einer kleinen Kamera die Eindrücke festhielt. Die Presse war ja in den Gastgarten des Nikodemus verbannt und durfte keine Aufnahmen machen. Jauck, der heute für die Purkersdorfer NÖN fotografiert, war also damals schon hautnah mit von der Partie.

Begeisterte: Brian May, Leadgitarrist der Rockband Queen, im Nikodemus.
Ernst Jauck

Als Queen dann den Hit „Hang on Sloopy“ zu „Hang on Rudi“ umdichteten, flossen bei Dolezal die Tränen. „Das muss man sich einmal vorstellen“, sagt er 23 Jahre danach. „Da kommen diese Weltstars nach Purkersdorf und spielen ein für mich maßgeschneidertes Lied.“ Auch über zwei Jahrzehnte danach kommen bei Dolezal noch die Emotionen hoch. Vor allem wenn er an den Abschluss der Feier denkt.

„Da kommen diese Weltstars nach Purkersdorf und spielen ein für mich maßgeschneidertes Lied.“

Alle seine Freunde waren zu seinem 40er gekommen, nur Falco nicht. „Er wollte weiter an ,Out of the Dark’ arbeiten. Als ich nach Hause kam, lag ein Brief von ihm in meinem Faxgerät“, so Dolezal. Darauf stand „Willkommen im Club.“ Falco hatte im Jahr davor mit Dolezal seinen 40er gefeiert.

Falco war ein enger Freund von Rudi Dolezal. Hier steht er vor dem Falco-Bild im Nikodemus.
Ernst Jauck

Nach der wilden Partynacht läutete Dolezals Telefon. Seine Mutter war dran und berichtete ihm vom tödlichen Unfall Falcos. „Wenige Stunden zuvor war ich der glücklichste Mensch der Welt. Etwas später brach diese nach der Todesnachricht Falcos für mich fast zusammen“, beschreibt Dolezal seine damalige Gefühlslage.

23 Jahre nach dem legendären Abend will Dolezal sein Buch „Mein Freund Freddie“ im Nikodemus erstmals präsentieren. Ein Termin steht noch nicht fest. Neben dem denkwürdigen Auftritt finden sich im Buch etliche Interviews, alle gemeinsamen Projekte sowie unveröffentlichte Fotos.
Vorbestellung: www.myfriendfreddie.com