„Ich erschieß‘ dich!“. Prozess / Eine 48-jährige Frau muss sich vor Gericht verantworten: Im Vollrausch drohte sie einem Polizisten mit dem Umbringen.

Von Alex Erber. Erstellt am 30. Juli 2014 (23:59)
NOEN, Erwin Wodicka
Zwei Liter Wein hatte eine Frau aus einem kleinen Wienerwaldort „intus“, als sie plötzlich ins Landesklinikum Tulln eingeliefert werden wollte und deshalb die Polizeiinspektion Pressbaum alarmierte. „Ich hatte einen Vollrausch, es tut mir irrsinnig leid, kann mich an nichts mehr erinnern“, bedauert sie beim Prozess am Landesgericht St. Pölten. Denn die amtsbekannte Frau, die eine einschlägige Vorstrafe aufweist, hat in der Folge einen Ordnungshüter in Furcht und Schrecken versetzt.

Zunächst schien sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen zu wollen, dann plötzlich vollzog die 48-Jährige einen Meinungsschwenk. Sie wollte nicht nach Tulln gebracht werden. Gutes Zureden der Beamten half nicht. Im Gegenteil: „Ich weiß, wie ich mir eine Waffe besorgen kann, dann erschieß‘ ich dich“, schleuderte sie einem Polizisten mit lauter Stimme entgegen. „Ich war ein bisschen überforderte mit der Situation“, schildert der Exekutivbeamte im Zeugenstand: „Morddrohungen sind Gott sei Dank ziemlich selten.“

„Das ist mit Sicherheit letztmalig eine Bewährungsstrafe“

Beim Prozess würdigt der Richter, dass sich die ehemals Rabiate bereits selbstständig in eine Entzugsklinik begeben hat, in der sie stationär aufgenommen worden ist. Ferner wird sie von einer Sozial- und einer Psychotherapeutin betreut. Nun kommt auch noch ein Bewährungshelfer dazu, das hat der Richter angeordnet.

Das bereits rechtskräftige Urteil für die gefährliche Drohung: sechs Monate Haft bedingt, Probezeit drei Jahre. „Das ist mit Sicherheit letztmalig eine Bewährungsstrafe“, warnt der Richter die Angeklagte energisch vor einer weiteren Straftat.