Bei Alko-Unfall gab's keine Gnade für Polizei-Kollegen. Polizisten sollten für Beamten außer Dienst, der im Rausch Unfall baute, ins Röhrchen blasen: Versuch kostet 9.000 Euro Strafe.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. November 2017 (11:29)
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Dieses Mal musste eoin Polizist außer Dienst selbst ins Röhrchen blasen.
Jutta Hahslinger

Welcher Teufel hat Sie da geritten?“, will der Staatsanwalt von dem Angeklagten wissen. Der angesprochene Übeltäter, ein 53-jähriger Polizist aus dem Bezirk St. Pölten, errötet und erklärt sichtlich verlegen: „An viel kann ich mich nicht mehr erinnern.“

Er weiß aber noch, dass er am 12. Dezember vergangenen Jahres in Himberg im Bezirk Bruck im Rausch einen Unfall mit Sachschaden verursacht hat. Er sei damals privat, also außer Dienst, unterwegs gewesen.

„Späßchen“ kostet Beamten viel Geld

Auf der Suche nach dem runtergefallenen Handy habe er dann ein geparktes Auto gestreift, schildert der 54-Jährige. Was er den herbeigeeilten Kollegen bei der Unfallaufnahme dann alles sagte, will er nicht mehr genau wissen.

Der Ankläger bringt harsch in Erinnerung: „Sie haben einen Kollegen gebeten ins Röhrchen zu blasen. Als das nicht funktionierte, und bei Ihnen eine Alkoholisierung von rund 2,3 Promille festgestellt wurde, baten Sie, das Ergebnis auszuradieren.“ – „Ich habe das doch nur lustig gemeint“, beteuert der 54-Jährige, ein Späßchen gemacht zu haben.

Der Schöffensenat findet die Verantwortung ganz und gar nicht lustig und befindet den 54-Jährigen der versuchten Anstiftung zum Amtsmissbrauch für schuldig. Richter Dietmar Nußbaumer brummt dem Polizeibeamten eine Geldstrafe von 9.000 Euro auf.