Auch in Region Purkersdorf heißt es: Für Ernstfall vorbereiten

Gemeinden in der Region Purkersdorf rüsten sich bereits für einen Totallausfall des Stromnetzes.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:19
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Michael (l.) und Barbara Zwingl (r.) und Philipp Springer, ein Funkerkollege von der International Amateur Radio Union aus Erding in Bayern mit einer handlichen Satelliten-Funkanlage. Foto: Christine Hell
Foto: Christine Hell

Ein Blackout, also ein Totalausfall des Stromnetzes, wird laut Experten immer wahrscheinlicher. In den Gemeinden bereitet man sich bereits darauf vor. In Purkersdorf versucht man mittels Info-Veranstaltungen die Bevölkerung zu informieren. Außerdem wird derzeit an der Überarbeitung der Einsatz- und Katastrophenpläne gearbeitet.

„Katastrophen-Kiste“ für Information der Bevölkerung

In Pressbaum liefert Karl Gieszer vom Zivilschutzverband alle notwendigen Informationen laufend an die Bevölkerung. Gemeinsam mit der Gemeindeeinsatzleitung, bestehend aus Gemeindebediensteten und Gemeinderäten, werden ein bis zweimal im Jahr Katastrophenübungen durchgeführt.

Die Information der Bevölkerung ist der nächste Schritt. Dafür gibt es eine „Katastrophen-Kiste“ für die Einsatzleitung. In dieser sind unter anderem Vordrucke für die Herstellung einfacher Gerichte enthalten, die im Ernstfall an strategischen Punkten im Ort aufgehängt werden. Die Gemeinde muss sich im Notfall um jene Personen kümmern, die sich nicht selbst versorgen können. Dies erfolgt etwa auch mittels Notstromaggregat, das vor vier Jahren gemeinsam mit vier Behördenfunkgeräten angeschafft wurde.

Der Ausfall der gesamten Kommunikation ist bei einem Blackout eine große Herausforderung. „Das digitalisierte Festnetz fällt sofort aus, das Handynetz hängt von den Akkus der Sendemasten ab. Der Behördenfunk funktioniert bis zu 48 Stunden und dieser wird im Ernstfall vom Land in Betrieb gehalten“, berichtet Gieszer.

Lebensmittelvorrat anlegen

„Ein Blackout betrifft nicht nur einen Ort oder eine Region, sondern ganz Europa. Das heißt, man kann nicht mit einem Katastrophenhilfszug rechnen,“ weist Gieszer hin, „daher muss jeder selbst vorsorgen - Familienverband und Nachbarn sind essenziell.“ Die einzelnen Haushalte sollten mit genug Lebensmitteln, Wasser, einem Radio mit Batterien und einem Gaskocher ausgerüstet sein. Den Lebensmittelvorrat kann man entweder mit Dosen vom Supermarkt oder mit teurer, aber langlebiger, getrockneter Fertignahrung anlegen.

Aber wie erkennt man, ob es sich um einen regionalen Stromausfall oder um ein Blackout handelt? „Wenn im Verkehrsfunk die Sperre aller Tunnel verlautbart wird, dann handelt es sich um ein Blackout, dann funktioniert die Ab- und Frischluft der Tunnels nicht mehr. Auch der Ausfall kleinerer Radiosender ist ein Hinweis“, erklärt Gieszer.

Bei der Kommunikation im Notfall werden Funker eine sehr wichtige Rolle haben. Der Neulengbacher Michael Zwingl ist Präsident des Österreichischen Versuchssenderdachverbandes. Das Thema Blackout gewinnt laut Zwingl immer mehr an Aktualität. Er ist mit einem Team aus Familie und Freunden sowie Kollegen mit der Vorbereitung auf den Katastrophenfall beschäftigt.

„Kommunikation wird sehr schnell ausfallen. Und genau da sind wir Funkamateure gefordert, für die Kommunikation mit Gemeinde, Bezirkshauptmannschaft, Feuerwehr, Polizei oder Rettungsstellen zu sorgen und wichtige Informationen zu Medikamenten- und Lebensmittelversorgung, Krankentransport usw. zu erhalten und weiterzuleiten“, erklärt er.

Auch die Feuerwehr befasst sich intensiv mit dem Thema Blackout. Bezirkskommandant Georg Schröder hält fest, dass 2014 beim Blackout in Slowenien die niederösterreichischen. Feuerwehren mit 25 Großstromerzeugern der Bevölkerung geholfen und wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. „Man muss sich vorstellen, was damals passiert ist: Der Strom fällt von einer Sekunde auf die andere aus. Plötzlich kein Licht, kein Handy, kein Internet, keine Heizung. Aufzüge bleiben stecken, das Wasser hört auf zu rinnen und damit funktionieren auch keine Toilettenspülungen mehr. Die Menschen können nicht mehr kochen“, gibt Schröder zu bedenken.

Zentrale Anlaufstellen für Information und Organisation von Hilfsmaßnahmen sind wichtig. „Da bieten sich die Feuerwehrhäuser, die teilweise mit Notstrom-Aggregaten ausgerüstet sind, an“, so Schröder.

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