Region Purkersdorf: Impfstoff ist schwer verfügbar. Ärzte & Apotheker rechnen bei der Grippe mit einer höheren Durchimpfungsrate. Ob der bestellte Impfstoff für alle ausreichen wird, bleibt aber noch offen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 23. September 2020 (03:17)
Allgemeinmediziner empfehlen nicht nur kranken und älteren Personen eine Grippe-Impfung. Auch junge Erwachsene sollten sich auf die Grippe-Saison vorbereiten.
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PharmazeutReza Kamyar von der Apotheke Waldstern in Gablitz.
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Heuer wollen sich mehr Personen gegen die Grippe impfen lassen als sonst – das bemerken Apotheker in der Region. Wer sich impfen lassen möchte, sollte schnell aktiv werden, meint etwa Pharmazeut Reza Kamyar von der Apotheke Waldstern in Gablitz: „Wer schnell ist, bekommt noch einen Impfstoff und wer sich Zeit lässt, bekommt keinen.“ 350 Voranmeldungen für einen Grippe-Impfstoff hat der Apotheker bereits. In Normalzeiten waren es ca. 100 Stück, die er brauchte. Ein Kontingent von 40 bis 50 Stück hat Kamyar noch, dann können sich die Kunden nur mehr auf eine Warteliste setzen lassen. „Wenn ich noch irgendwann und irgendwo einen Impfstoff bekomme, dann bekommen sie diesen. Versprechen kann ich nichts.“

Der Apotheker ist aber davon überzeugt, dass nicht alle, die sich gegen die Grippe impfen lassen wollen, es tun können. Seit März ist der Impfstoff bereits Mangelware. Große Mengen wurden schon vorsorglich bestellt. Die Impffreudigkeit ist im Vergleich zu den Vorjahren viel höher, so Kamyar. Denn die Gefahr, dass man sowohl an Influenza als auch Corona erkrankt, wollen die Menschen vermeiden.

„Ich gehe aber schon davon aus, dass die Durchimpfungsrate gegenüber den Vorjahren etwas steigen wird.“ Bezirksärztevertreter Andreas Barnath

PharmazeutinSandra Schmudermaier von der Apotheke Mauerbach.
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Auch Sandra Schmudermaier von der Apotheke Mauerbach hat bei ihren Kunden eine erhöhte Impffreudigkeit bemerkt. Doch sie sieht die Verfügbarkeit des Grippe-Impfstoffes ebenfalls skeptisch: „Es sieht danach aus, dass es nicht reichen wird.“

Impfen lassen sollten sich aber nicht nur kranke und ältere Personen, meint Bezirksärztevertreter Andreas Barnath: „Die Impfung ist generell für alle Personengruppen empfohlen und sinnvoll, da die Influenza im klinischen Verlauf da keine großen Unterschiede macht.“ Wie sich die Impffreudigkeit im Bezirk entwickeln wird, könne Barnath noch nicht beurteilen.

Harald Ruth,Allgemeinmediziner ausPurkersdorf.
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Die Durchimpfungsrate werde aber steigen. „Angemeldet und reserviert haben den Impfstoff bisher nur die ,üblichen Verdächtigen‘, die auch schon in den letzten Jahren geimpft wurden. Ich gehe aber schon davon aus, dass die Durchimpfungsrate gegenüber den Vorjahren etwas steigen wird, auch wenn wir aktuell noch keine Hamsterkäufe beobachten“, sagt der Bezirksärztevertreter. Gegen die Grippe impfen lassen sollte sich prinzipiell jeder, meint auch der Purkersdorfer Allgemeinmediziner Harald Ruth. Er warnt aber vor allem junge Erwachsene davor, den Virus auf die leichte Schulter zu nehmen. „Es gibt keinen Grund, sich nicht impfen zu lassen.“ Wann der Impfstoff verfügbar sein wird, wissen derzeit weder die Ärzte noch die Apotheker, so Ruth. In den Vorjahren wurde er meist Ende September geliefert. Der Allgemeinmediziner hat bereits im Februar 300 Stück bestellt.

Anders als Barnath rechnet Ruth aber damit, dass weit mehr Menschen sich impfen lassen werden, als in den vergangenen Jahren. „Die Durchimpfungsrate wird enorm steigen, auch aufgrund der Medienberichte“, ist der Mediziner überzeugt.

Lehrer wollen gratis Impfung nutzen

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann hat Anfang September allen Lehrern sowie dem Verwaltungspersonal an den Schulen eine kostenlose Grippe-Impfung in Aussicht gestellt. Am BG/BRG Purkersdorf gibt es bereits Lehrer, die dieses Angebot nutzen wollen, sobald der Impfstoff geliefert wird, sagt Direktorin Irene Ille: „Die Lehrer können sich in der Pause impfen lassen, ganz schnell und unkompliziert.“ Durchgeführt wird die Impfung von der Arbeitsmedizinerin und Schulärztin Nadja Negedly. Die zweite Schulärztin Christine Scholz hat ebenfalls eine Bereitschaft wahrgenommen: „Es interessieren sich sehr viele Lehrkräfte dafür.“

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