Purkersdorfer Mitterbauer: „Der Buchhandlungspreis ist die Krönung“

Erstellt am 08. Mai 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Freuen sich über die Auszeichnung: Claus und Margaret Mitterbauer. Fotos: privat
Foto: privat
Buchhändler Claus Mitterbauer legt besonderen Wert auf die individuelle Beratung seiner Kunden.
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Besondere Ehre für die Buchhandlung Mitterbauer – sie wurde mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis ausgezeichnet, die NÖN berichtete:

„Wir haben uns sehr gefreut, das berührt uns“, sagt Claus Mitterbauer im NÖN-Gespräch. Die Jahrzehnte lange Arbeit habe sich ausgezahlt. „Und dieser Preis ist die Krönung.“ Margret und Claus Mitterbauer sind Buchhändler mit Herz und Verstand. Widerstreitende Meinungen finden sich an diesem Ort der Begegnung nicht nur in den Büchern wieder.

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Die Buchhandlung Mitterbauer in Purkersdorf wurde mit dem Buchhandlungspreis ausgezeichnet.
Foto: privat

Kommerz sehen sie als Pflicht und die Literatur als Kür“, heißt es in er Jurybegründung. Das bestätigt auch Mitterbauer: „Wir haben strenge Kriterien, nicht zu abgehoben, aber trotzdem wollen wir hohe Literatur anbieten.“ Für ihn selbst ist das Buch „Heimat“, weil er die Facetten des Lebens darin entdecken kann.

„Wir versuchen, das, was wir lesen, weiterzugeben“, sagt Mitterbauer, der sich gerne viel Zeit für seine Kunden nimmt: „Für mich steht nicht nur die Infoweitergabe und Unterhaltung im Vordergrund, sondern das persönliche Wahrnehmen des Einzelnen.“

Kommt zum Beispiel ein schlecht gelaunter Schüler in die Buchhandlung, weil er den „Zerbrochenen Krug“ von Kleist lesen muss, erklärt ihm Mitterbauer, warum diese Geschichte auch heute noch Brisanz hat. „Ich nehme mir also 20 Minuten Zeit bei einem Reclam-Heft um 2,40 Euro. Aber vielleicht kommt die Person ja nach 15 Jahren wieder und freut sich, dass es uns noch gibt.“ Wichtig ist mir eine Absichtslosigkeit bei dem, was ich tue“, sagt Mitterbauer.

Es gehe ihm nicht darum, schnell Bücher loszuwerden, weil er vielleicht 30 Stück davon liegen hat. „Da ärgert sich gerade nur der Kunde über den furchtbaren Buchverkäufer“, ist er überzeugt.

„Bin Verbindung zwischen Autor und Leser“

Vielmehr ist es Mitterbauer ein Anliegen das zu finden, was der Kunde gerne zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben lesen möchte. Diese Bemühungen kommen auch bei den Leuten gut an. Viele sind schon von Beginn an Kunden, andere waren zwischenzeitlich weg und sind wieder zurückgekehrt.

Bei seinen Beratungen hat Mitterbauer schon eine gewisse Menschenkenntnis entwickelt. „Ich bin die Verbindung zwischen Autor und Leser“, meint er. Ein Grund warum er Buchhändler geworden ist, ist, dass er auch Menschen mag. „Würde ich nur Bücher mögen, wäre ich Bibliothekar geworden“, schmunzelt er.

Der Buchhandlungspreis ist übrigens mit 10.000 Euro dotiert. Mitterbauer will natürlich in Bücher investieren. „Bücher, die länger abliegen müssen, bis sie einen Leser finden.“ Er denkt zum Beispiel an Andreas Okopenko. „Ein Lyriker, der Chemiker war und sich durch skurrilen, klugen Sprachwitz auszeichnet“, so Mitterbauer. Auch Lesungen will er veranstalten und eine Feier zum 30-Jahr-Jubiläum, das im vergangenen Jahr war, nachholen.

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