Boris Bukowski: Ein Musiker mit Doktortitel. Boris Bukowski erzählt über das Jusstudium und die Nervosität vor Auftritten. Am 14. Februar triit der Musiker in der Bühne in Purkersdorf auf.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 06. Februar 2020 (03:49)
Boris Bukowski tritt am 14. Februar in der Bühne in Purkersdorf auf.
Ernst Jauck

„Ich hatte das große Glück, nie auf Plan B zurückgreifen zu müssen. Es ist ein großes Privileg, das machen zu können, was ich will“, erzählt Boris Bukowski. Plan B war das Jus-Studium, das der bekannte Sänger mit dem Doktortitel abgeschlossen hatte. „Man konnte in Österreich nicht davon ausgehen, von der Musik leben zu können. Mein Bruder war Diplomat, mein Vater Rechtsanwalt. Mit Jus habe ich möglichst viele Türen offen, habe ich mir gedacht“, meint Bukowski.

Obwohl er schon während der Schul- und Studienzeit in Bands spielte, hat er sein Studium abgeschlossen. „Das war wegen meiner Unsicherheit. Ich wollte etwas fertig haben, das ich auf die Seite legen kann. Sonst hätte ich mir immer vorgeworfen, dass ich es eh nicht geschafft habe“, sagt Bukowski.

Geschafft hat er in seiner langen Musikkarriere viel. Als Erstes fällt einem der Song „Kokain“ ein, der vor 42 Jahren veröffentlicht wurde. „Kokain ist ein echter Evergreen. Damit ist ein zeitloser Song gelungen. Ich hätte gerne mehr solcher Lieder geschrieben, aber so etwas schüttelt man nicht so einfach aus dem Handgelenk, und man weiß auch vorher nicht, wie erfolgreich ein Lied wird. Sonst wäre man ja hundertfacher Millionär“, meint der Musiker, der vor seinen Auftritten immer noch Lampenfieber hat. „Und das ist auch gut so“, betont er.

„Ich hätte gern mehr solcher Lieder geschrieben.“ Boris Bukowski über „Kokain“

Obwohl: „Die Möglichkeit der totalen Schande muss im Raum ste hen“, ist der Musiker überzeugt. Zum Beispiel beim letzten Konzert der Band „Magic“ vor der Auflösung. Da sei es egal gewesen, wie gut oder schlecht man gespielt hat – es war ja kein nächster Auftritt mehr geplant.

Oft habe er sich am Weg zum Mikrofon gefragt, wie die ersten Zeilen eines Liedes gehen und war in Gedanken versunken. „Aber ich habe den Text nicht vergessen. Spätestens wenn man auf der Bühne steht, weiß man wieder alles.“

Ein hoher Adrenalin-Output ist notwendig. „Es ist auch ein Wahnsinn, was Adrenalin alles kann. Ich hatte vor einem Konzert schreckliche Zahnschmerzen. Wie soll ich das nur hinbekommen, hab‘ ich mir gedacht.“ Der Veranstalter schlug Schmerzmittel vor, aber da hätte er nichts mehr mitbekommen, also hat er es ohne probiert. „Und mit dem ersten Ton war das Zahnweh weg. In der Pause hat es dann sofort wieder begonnen, aber auch in der zweiten Hälfte konnte ich ohne Schmerzen spielen“, erzählt Bukowski.

Schmerzfrei wird er hoffentlich seinen Auftritt in der Bühne am Freitag, 14. Februar bestreiten. Bei seinem Programm „Bukowski privat“ dürfen sich die Besucher auf lustige und schräge Anekdoten über die EAV oder Falco freuen. So verrät Bukowski zum Beispiel auch, dass ihm Konstantin Wecker auf einer Filmparty gestanden hatte, dass er ein paar Zeilen von „Kokain“ „gestohlen“ hatte. Zwischen diesen Erzählungen dürfen auch die besten Songs nicht fehlen.

„Die Bühne ist unglaublich stimmungsvoll – ein toller Club“, so Bukowski. Nach dem Auftritt will er sich Zeit für die Gäste nehmen und mit ihnen das ein oder andere Achterl trinken. „Darauf freue ich mich immer sehr, es ist schön, wenn die Besucher mit einem Lächeln nach Hause gehen“, sagt der Musiker, der auch immer seine Stifte zum Signieren eingepackt hat. Bukowski ist jetzt schon das dritte Mal in Folge in Purkersdorf zu Gast. 2018 war es mit der Band, 2019 als Gast von Opus beim Open Air und jetzt mit „Bukowski privat“. „Ich mag beides. Bei intimen Auftritten ist man näher beim Publikum, auf der großen Bühne hat man mehr Auslauf“, lacht er.

Bevor es nach Purkersdorf geht, feiert Bukowski noch seinen 74. Geburtstag am 5. Februar. „Das wird eine intime Feier nur mit meiner Frau, wir sind zu dieser Zeit nämlich gerade auf Urlaub in Israel“, freut sich Boris Bukowski.