Christoph & Lollo: „Den Rest regeln die Anwälte". Christoph & Lollo verraten, warum sie Anwälte brauchen. Bald kommen sie in die Bühne.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 14. Februar 2020 (03:36)
Christoph Drexler und Lollo (Lorenz) Pichler sind am 22. Februar mit ihrem neuen Album in der Bühne zu sehen.
Ingo Pertramer

 Wie ist eigentlich die aktuelle Lage auf unserem Lieblingsplaneten Erde? Mit dieser Frage beschäftigen sich Christoph & Lollo in ihrem aktuellen Programm „Mitten ins Hirn“. Am Samstag, 22. Februar kommen sie damit in die Bühne nach Purkersdorf. Im Interview verraten sie, warum sie Lieder über Skispringer schreiben und was ihre Lieblingsthemen sind.

Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen ergeben, und warum funktioniert sie schon so lange?
Christoph & Lollo: Das Schicksal hat uns in die selbe Gegend und dann auch in die selbe Schulklasse gewürfelt, eine gemeinsame berufliche Laufbahn war dann nur konsequent. Den Rest regelt ein Team von Paartherapeuten und Anwälten.

Wie kommt man auf die Idee, Lieder über Skispringer zu schreiben?
Alle anderen Themen waren einfach schon besetzt. Die Beschränkung auf traurige Lieder über depressive Skispringer hat es uns ermöglicht, in einem Genre die Besten zu sein. Bis heute. Auch Justin Bieber und Mireille Mathieu haben auf diesem Gebiet wesentlich weniger geleistet als wir.

Wie und wo entstehen die Lieder?
In miserablen Verhältnissen und unter größtem Zeitdruck. Unsere Plattenfirma ist da leider unerbittlich. Da unsere Plattenfirma von uns selbst betrieben wird, hat es aber gar keinen Sinn, sich aufzulehnen.

Gab es schon einmal Beschwerden aufgrund der Songtexte?
Es gibt doch ständig Beschwerden über alles. Jeder Dodel hat heutzutage Internetzugang und kann auf Facebook und Co ungestraft seine Meinung kundtun, damit müssen wir wohl alle leben, man sollte es aber auch nicht überbewerten.

Gibt es Themen, die nicht aufgegriffen werden?
Nein. Seit wir unsere inhaltliche Beschränkung auf todessehnsüchtige Skispringer mit seltsamen Namen aufgegeben haben, beschäftigen wir uns ja mit allen Themen, und damit sind wir noch lange nicht fertig.

Was sind die Lieblingsthemen?
Am liebsten ist es uns, wenn wir über tatsächlich relevante Themen singen und die Leute damit zum Lachen bringen können.

Wie merkt man sich die Texte? Oder wird hin- und wieder auch eine Textzeile vergessen?
Es werden tatsächlich hin und wieder Textzeilen vergessen oder spontan verändert. Wir betrachten das als Ausdruck unserer künstlerischen Freiheit. Früher oder später werden wir dann aber wohl doch zu In-ear-Souffleusen (Otto-Schenk-Methode) oder Großbildfernsehern (Wolfgang-Ambros-Methode) greifen müssen.

Sind Sie noch nervös vor Auftritten?
Nur in Purkersdorf.

Das CD-Cover von „Mitten ins Hirn“ erinnert an Schlagerstars. Warum wurde das Cover so gestaltet und wie passt das mit den Liedern zusammen?
Unsere Hoffnung war, dass wir aufgrund des Covers und des Plakats neue Märkte erobern können, Schlager und Heavy Metal sind ja mittlerweile die einzigen kommerziell funktionierenden Musikgenres. Für die nächste CD haben wir uns deshalb bereits mit stacheligen Lederjacken eingedeckt.

Ist wirklich alles so schlecht und böse, wie in den Liedern Eures Programms „Mitten ins Hirn“ beschrieben?
Nein. In echt ist es zusätzlich auch noch nicht lustig.