Region Purkersdorf: Keine Chor-Probe möglich. Seit Sonntag ist die neue Verordnung in Kraft, die die Vereine der Region stark trifft. Proben werden abgesagt, Konzerte finden – wenn überhaupt – nur beschränkt statt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:00)
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Seit Sonntag gilt die neue Corona-Verordnung, dass sich in Innenräumen nur mehr maximal sechs Erwachsene gleichzeitig, im Freien maximal zwölf Erwachsene zeitgleich aufhalten dürfen. Vorgaben, die vor allem Musikkapellen, Laienchöre und Laienbühnen hart trifft. Auch in der Region sind einige Vereine betroffen.

Beim Blasorchester Tullnerbach wurden die Proben vorerst für die nächsten zwei Wochen abgesagt. „Wir hatten Glück, dass wir unser Konzert bereits vergangenes Wochenende hatten. Aber auch da standen nie mehr als acht bis zehn Musiker gleichzeitig auf der Bühne“, erzählt Wolfgang Jakesch, Kapellmeister des Blasorchesters Tullnerbach. Die größte Gefahr für Vereine, die die neue Verordnung mit sich zieht, ist aus seiner Sicht, dass sich die Zahl der Mitglieder dezimiert. „Es ist wichtig, die Musiker zusammenzubringen. Wenn es sich verläuft, besteht die Gefahr, dass wir dann vielleicht nur mehr die halben Mitglieder haben“, äußert Jakesch seine Bedenken.

„Es ist wichtig, die Musiker zusammenzubringen. Wenn es sich verläuft, besteht die Gefahr, dass wir dann vielleicht nur mehr die halben Mitglieder haben“

Beim Blasorchester in Tullnerbach möchte man jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Jakesch nennt aber die Möglichkeit, im großen Proberaum zumindest in Ensembles regelmäßig zu proben, „je nachdem ob sich die Situation verschlechtert oder verbessert“, sagt Jakesch. Derzeit sind alle Veranstaltungen abgesagt. Lediglich die Ensemble-Weihnachtsmusik am 24. Dezember findet aus heutiger Sicht noch statt.

Auch die Mitglieder der Chorgemeinschaft Wienerwald sind wegen der Coronapandemie stark eingeschränkt. „Wir haben seit dem Frühjahr eigentlich nicht mehr geprobt. Wir wollten am 23. September wieder damit beginnen, haben den Termin aber verschieben müssen“, erzählt Maria Grafendorfer, Obfrau der Chorgemeinschaft Wienerwald. Da singen mit Maske praktisch unmöglich ist, kann auch weiterhin nicht geprobt werden. „Wir hätten gerne ein Adventkonzert gemacht, das ist aber jetzt – ohne Proben – nicht möglich“, bedauert Grafendorfer. Die Christmette zu Weihnachten wird normalerweise von der Chorgemeinschaft mitgestaltet. Inwieweit das heuer möglich ist, wird sich laut der Obfrau erst im Dezember zeigen.

Wie die Vereinsmeierei mit den coronabedingten Einschränkungen umgeht, gibt es auf den Seiten 32/33 zu lesen.